Technologie

Und auf einmal macht es nur noch "Klack"


Die Firma TB&C Outsert vereinfacht Montagen in fast jedem Bereich

Herborn. Montage ohne Montieren! Geht das? „Ja klar, gewusst wie, ist das ganz einfach!“ Hartmut Groos freut sich immer wieder über erstaunte Gesichter, wenn er erklärt, was seine Firma kann. TB&C Outsert Center in Herbon (130 Mitarbeiter) ist spezialisiert auf die sogenannte Outsert-Technologie, eine Kombination von Stanztechnik und Kunststoffverarbeitung.

So lassen sich Kunststoff und Metall verbinden ohne Nieten, Schweißen oder Kleben. Auch bewegliche Teile  werden so produziert.

Technologie holt Arbeitsplätze zurück

„Durch die von uns gefertigten Verbundteile können unsere Kunden leicht 30 bis 40 Prozent ihrer Produktionskosten einsparen, weil alles mit einem ,Klack’ zusammengesteckt wird und das ganze ,Gepuzzle’ von Kleinteilen entfällt“, erläutert Groos. „Damit lohnt es sich wieder, hier in Deutschland zu produzieren.“ Ursprünglich war die Outsert-Technologie beim Philips-Konzern angewendet worden, um die Herstellung von Kassettenrekordern zu vereinfachen.

Als abzusehen war, dass die Geräte keine Zukunft mehr haben, gab der Konzern sein Outsert-Center auf. Groos, damals 35 Jahre bei Philips und zuständiger Geschäftsführer, glaubte jedoch an die Zukunft der Technologie – auch ohne Rekorder.

Er suchte Investoren und bot den Banken sein eigenes Haus als Sicherheit. Im April 2004 konnte TB&C starten.

Die Mitarbeiter folgten ihm, um ihren Arbeitsplatz zu behalten, darunter Produktionsmitarbeiterin Sefika Karabas: „Bei dem Wechsel damals war mir schon mulmig. Beim Großkonzern Philips fühlte ich mich sicher, wie würde es bei einem kleinen Betrieb laufen? Aber der Erfolg der letzten Jahre hat mir mein gutes Gefühl zurückgegeben.“

Kosten sparen in der Produktion

Der Betriebsratsvorsitzende Heinrich Reiser wird noch deutlicher: „Philips, wie wir es kannten, gibt es in der Region gar nicht mehr. Deshalb war die Selbstständigkeit und der Aufbau neuer Ge­schäftsfelder der richtige Weg für uns.“

2004 lag der Jahresumsatz des Unternehmens – ausschließlich durch Philips – bei 12 Millionen Euro. 2008 wurde die 20-Millionen-Marke erreicht. „Philips hatte daran aber nur noch einen Anteil von etwa einer Million Euro. Die Befürchtungen des Konzerns waren also begründet“, so Groos.

Inzwischen ist TB&C in vie-len Branchen vertreten. Die Anwendungen reichen von Bauteilen für die Medizintechnik bis zum Windabweiser für Autoschiebedächer. Das Geschäft boomt. Selbst im Krisenjahr 2009 gab es weder Kurzarbeit noch Entlassungen bei der Stammbelegschaft. 1,5 Millionen Euro wurden in Maschinen investiert.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in den Ideen und im eigenen Werkzeugbau für Metall- und Kunststoffverarbeitung. Groos ist zuversichtlich: „Hat ein Kunde erkannt, welche Möglichkeiten ihm bei uns offenstehen, ist es zum Auftrag nicht  mehr  weit.“

Maja Becker-Mohr

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