Ab durch die Wüste

Ultimativer Härtetest: Trucks von MAN bewähren sich auf der Rallye Dakar

München. Sand, Staub, Steine: Die endlosen Wüsten und Steppen Südamerikas bieten das alles im Überfluss. Dazu kommen Hitze und Höhenluft auf 4.500 Meter hohen Pässen. Die Extrembedingungen der Rallye Dakar fordern Mensch und Material alles ab. Und genau darin liegt ihr Reiz.

Am 4. Januar ist das berühmte Rennen in Buenos Aires gestartet. Zwei Wochen lang geht’s mehr als 8.000 Kilometer durch Argentinien, Bolivien und Chile. Am 17. Januar wird das Feld wieder in der argentinischen Hauptstadt zurückerwartet.

Auch MAN ist dabei – und das nicht nur mit Trucks. Drei Mitarbeiter des Münchner Nutzfahrzeugherstellers begleiten als Service-Leute mit einem eigenen Reparatur-Lkw den Dakar-Tross und bringen in den Etappenorten die Rennfahrzeuge wieder in Schuss. Dafür wechseln sie in wenigen Stunden schon mal eine verschlissene Kupplung oder einen Turbolader aus. Nebenbei sammeln sie wertvolle Erkenntnisse für die Entwicklung von Serien-Lkws.

Einsatz bei extremer Witterung und auf Geröllpisten nutzt der Entwicklung von Serien-Lkws

„Unter den Extrembedingungen der Dakar geht natürlich immer etwas kaputt“, sagt Hans Echter (54), der eigentlich als Werkstattmeister in der Versuchsabteilung von MAN in München arbeitet.

Seit 2006 ist er mit seinen Kollegen Josef Kreppold (42) und Hans-Werner Nell (46) jedes Jahr auf der Dakar im Einsatz. Bis 2008 ging es durch Afrika. Seitdem führt die Route aus Sicherheitsgründen quer durch Südamerika. Die Arbeit beginnt für sie meist am späten Nachmittag, wenn erste Fahrzeuge im Ziel sind. Insgesamt betreuen sie knapp 20 Allrad-Trucks. „Wir haben ab und zu bis in den Morgen zu tun“, erzählt Echter.

Ob Wagenheber oder Notstromaggregat: Alles was gebraucht wird, muss im Service-Truck an Bord sein. Insgesamt sind es 1.500 Teile und zwölf Tonnen Zuladung. „Manche Etappenziele sind mitten in der Wüste“, erklärt Kreppold, der sich im Job sonst in Fahrversuchen um Bordelektronik kümmert. „Wir müssen alles dabei haben oder improvisieren.“

Die Renn-Trucks haben von außen zwar nur wenig mit Serien-Lkws gemein. Im Inneren stecken aber meist die gleichen Teile. Wie sie auf extreme Witterung und harte Schläge auf Geröllpisten reagieren, ist wichtig für die Entwicklung der Allrad-Fahrzeuge.

„Einmal ist uns der Antrieb für die Motorkühlung gebrochen“, erzählt Echter. Danach wurde das Bauteil für alle Fahrzeuge verstärkt. Auch für die Elektrik ist die Dakar eine harte Prüfung, die Erkenntnisse über die Haltbarkeit der Kabel liefert. „Vibrationen, Sprünge, Hitze, Staub – die Belastungen sind jenseits von Gut und Böse“, sagt Kreppold. „Das kann man nicht simulieren.“ Man muss dabei sein.


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