Abenteuer

Trip in die Wüste


Stefan Gräßl fährt eine Rallye nach Afrika für einen guten Zweck

Regensburg. Das war keine Kaffeefahrt: 7 000 Kilometer, sieben Länder und quer durch die Wüste. Stefan Gräßl (22) hat das Abenteuer gewagt. Der Mitarbeiter der Maschinenfabrik Reinhausen, Hersteller von Stufenschaltern für Transformatoren in Regensburg, fuhr im Frühjahr die Rallye „Dresden-Dakar-Banjul“.

Am Ziel, der Hauptstadt Banjul im westafrikanischen Staat Gambia, versteigerte er sein Auto für einen guten Zweck: 1 770 Euro brachte der Rallye-Wagen, ein 17 Jahre alter 5er BMW. Das Geld geht an Hilfsprojekte in Afrika.

Wasser, Werkzeug und Benzinkanister

Insgesamt erlöste die Tour mit 40 Teams rund 80 000 Euro. Zweimal im Jahr wird sie vom deutschen Verein „Breitengrad“ organisiert. „Eine gute Sache“, findet der Regensburger. Mit einem Freund hat er sein Fahrzeug für die Reise fit gemacht. Als Zerspanungsmechaniker kennt sich Gräßl mit Stahl und Blech aus.

Der erste Versuch mit einem VW-Bus als Rallye-Wagen schlug trotzdem fehl. Auf der Probefahrt machte die Kiste schlapp – umsonst hatte Gräßl neue Bodenplatten eingeschweißt. Dann erstand er mit seinem Kumpel einen BMW. Der hatte „nur“ 100 000 Kilometer auf dem Tacho. Ein Leck im Dach war schnell repariert. Die Freunde prüften den Motor. Sie tauschten Keilriemen und Lüfter, montierten Scheinwerfer und hievten einen Gepäckträger aufs Dach: für Werkzeug, Ersatzräder, Abschleppseil sowie Wasser und Benzinkanister – als Reserve für Durststrecken.

Dann ging’s los: Die Kollegen in der Maschinenfabrik Reinhausen fieberten mit und verfolgten die Tour im Intranet. „Die Firma hat uns super unterstützt“, lobt Gräßl, „auch als Sponsor.“

Dosen-Ravioli in der Wüste

19 Tage war er unterwegs. „Bis Gibraltar spulten wir nur Kilometer runter“, berichtet der Mechaniker. Doch nach der Überfahrt nach Afrika war alles anders: „Das Essen, die Leute, die Straßen, der Verkehr.“ Gräßl: „Man kann fahren, wie man will, nur nicht zu schnell. Geblitzt wird auch in Afrika.“
Die Route führte an der Küste Marokkos entlang, dann über das Atlas-Gebirge. Gräßl folgte einem Routenbuch, durchquerte die Westsahara, Mauretanien und schließlich Senegal. Verfahren hat er sich nicht: „Da kommt nicht alle paar Kilometer ein Autobahnkreuz.“ Gegen die sengende Sonne half nur eins: „Alle Fenster runterkurbeln.“

Das Beste? „Über die Waschbrett-Pisten in Mauretanien düsen“, erzählt Gräßl und strahlt. „Mit 100 Sachen durch den Sand und bloß nicht stecken bleiben.“ Das Abenteurer-Duo hatte Glück. Einen platten Reifen und den geplatzten Kühlerschlauch konnte es selbst reparieren.

Nachts zeltete Gräßl in der Wüste, aß Dosen-Ravioli mit Brot und Salami-Stangen von zu Hause. Oder Couscous, das afrikanische Nationalgericht aus Hirse. „Erholung war das nicht, aber wir hatten jede Menge Spaß“, fasst er sein Erlebnis zusammen. „Vielleicht fahre ich nochmal hin. Dann nehme ich weniger Werkzeug, aber mehr Hilfsgüter mit.“

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Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Zerspanungsmechaniker ist ein handwerklicher Beruf. Das gefällt mir. Ich mag den Werkstoff Metall, weil man daraus so viel machen kann.

Was reizt Sie am meisten?

Derzeit arbeite ich in der Qualitätssicherung und kontrolliere Dreh- und Frästeile oder Aufträge. So bin ich mit verantwortlich, dass unsere Produkte funktionieren.

Worauf kommt es an?

Genau hinschauen ist wichtig. Ich muss auf jedes Detail in den Zeichnungen achten. Da muss man sehr gewissenhaft sein. Sonst hat man schnell etwas übersehen.

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