Steuerungen für Hochhausbau und Flughäfen

Tries entwickelt Hydraulik-Lösungen für besondere Fälle

Ehingen. Bauherren, die hoch hinaus wollen, brauchen die Firma Tries: Die gerade begonnene Arbeit am neuen Henninger Turm in Frankfurt zum Beispiel würde ohne Manfred Tries und seine Mitarbeiter nicht funktionieren.

Dabei ist der 79-Jährige nicht etwa Bauunternehmer, sondern Maschinenbauingenieur: Als Spezialist für hydraulische Steuerungen sorgt der Tüftler aus Ehingen dafür, dass die sogenannten Kletterschalungen beim Bau von Wolkenkratzern gleichmäßig nach oben verschoben werden können. So kann mit relativ geringem Aufwand Stockwerk um Stockwerk betoniert werden.

Bei jedem dritten Wolkenkratzer sind die Ehinger dabei

Stolz berichtet der Chef: „Bei rund 30 Prozent aller Hochhäuser, die in den letzten drei Jahrzehnten weltweit gebaut wurden, kam Hydraulik von uns zum Einsatz.“ Denn an all diesen Projekten – darunter die berühmten Petronas Towers in Malaysia – war der Gerüst- und Schalungsbauer Peri aus dem nahen Weißenhorn beteiligt, für den Tries die Hydraulik-Aggregate entwickelt und herstellt.

Der Bau von Wolkenkratzern ist aber nicht das einzige außergewöhnliche Anwendungsgebiet für die Tries-Hydraulik. Sie steckt auch in Fluggastbrücken auf Großflughäfen – und hat dazu beigetragen, dass die Space-Shuttles zur Startrampe transportiert werden konnten.

Zur Hydraulik kam Manfred Tries in seinem ersten Job nach dem Studium im eigenen Ingenieurbüro; wenige Jahre später wurde der Fertigungsbetrieb gegründet. Das ist nun 50 Jahre her – und die Hydraulik hat ihn seither nicht mehr losgelassen. Aus dem Ein-Mann-Büro ist ein mittelständisches Industrieunternehmen mit 150 Mitarbeitern geworden.

Für das anhaltende Wachstum sorgen vor allem der Erfindungsreichtum und das Know-how der Ingenieure und Techniker. Das Unternehmen steckt, wie der Firmengründer erklärt, rund 6 Prozent des Umsatzes in die Entwicklung neuer und die Verbesserung bestehender Produkte.

Rund 100 Abnehmer beliefern die Ehinger mit Hydraulik-Elementen, darunter sind Bremssysteme für Linde-Gabelstapler und sogenannte Drehdurchführungen für die Krane der Firma Liebherr (ein Nachbar im Ehinger Industriegebiet): Sie sorgen dafür, dass sich ein Kran drehen kann, ohne dass sich die Hydraulik-Leitungen verheddern. „Die Vielzahl der Kunden macht uns unabhängig“, betont Tries.

Die kleinsten Tries-Ventile passen in eine Zigarettenschachtel, die größten Hydraulik-Systeme wiegen eine halbe Tonne. Bald soll es noch schwerere Produkte geben: Der Mittelständler will auch Sondermaschinen verkaufen, die bisher nur für den Eigenbedarf entwickelt und gebaut wurden.


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