Ausbildung

Trickreich gegen Mitarbeiter-Mangel


Cloos Schweißtechnik macht tolle Angebote

Haiger. Mehr als 120.000 junge Menschen befinden sich aktuell in Hessen in einer Ausbildung. Nach erfolgreichem Abschluss haben sie alle Chancen auf einen festen Job.

Laut Fachkräftemonitor der Industrie- und Handelskammern (IHK) werden in den kommenden fünf Jahren hessenweit durchschnittlich über 220.000 Stellen für qualifizierte Mitarbeiter nicht zu besetzen sein. „Der Löwenanteil, 210.000 Fachkräfte, fehlt im Bereich der nicht-akademischen Berufe“, erklärt Mathias Müller, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs.

Allein bei der Carl Cloos Schweißtechnik in Haiger werden in den nächsten Jahren rund 100 Arbeitsplätze frei, weil Mitarbeiter altersbedingt ausscheiden. Cloos ist einer der führenden Hersteller von Schweißgeräten und komplexen Roboteranlagen.

Spitzen-Kräfte für Spitzen-Technologie

Mit weltweit 700 Mitarbeitern, davon 500 am Standort Haiger, und einem Gruppen-Umsatz von rund 120 Millionen Euro gehört das Unternehmen zu den Technologieführern der Branche.

„Um Spitzentechnologie zu entwickeln und zu produzieren, brauchen wir hochqualifizierte Mitarbeiter“, erklärt Personalchef Hans-Dieter Gausmann. Seit Jahren bildet der Betrieb deshalb über Bedarf aus und bietet zudem attraktive Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten.

Maximilian Kusenberger (19) ist im dritten Ausbildungsjahr zum Mechatroniker. Zeitgleich startete auch Miriam Manderbach (18). Sie will Industriekauffrau werden. Seit zwei Jahren dabei ist die angehende Technische Zeichnerin Jennifer Bräuer (18).

Alle drei bekamen bei Cloos im Vorstellungsgespräch das Angebot zur „Lehre Plus“.

Neben dem Ausbildungsabschluss steuern sie nun auch das Fachabitur an.

 

Fast jeder zweite Auszubildende macht dabei mit. Zweieinhalb Jahre gibt es Sonderunterricht in der Berufsschule und auch samstags wird die Schulbank gedrückt. „Das ist nicht einfach, aber die meisten wissen, auf was sie sich einlassen und sind hochmotiviert“, betont Ausbildungsleiter Klaus Arhelger. Er pflegt einen engen Kontakt zu seinen Azubis und der Berufsschule, hilft und motiviert.

Nach Abschluss offen für alles

Für Kusenberger und seine Kolleginnen ist der Stress so kein Problem: „Ist alles nur eine Frage der Einteilung.“ Nach dem Abschluss sind sie „offen für alles“. „Vielleicht mach ich dann noch den Techniker“, überlegt Bräuer. Kusenberger kann sich auch vorstellen zu studieren. „Dafür bieten wir dann „Studium Plus“ an, Festanstellung bei uns inklusive Studium an der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM)“, so Gausmann.

Paul Gnich (24) hat diesen nächsten Schritt schon geschafft. Vor einem Jahr hat er seine Bachelor-Prüfung abgelegt und beginnt nun mit dem Master-Studiengang Systems Engineering. Dabei geht es nicht nur um Technik und Betriebswirtschaft. Die Studenten werden an der Hochschule auch auf Führungsaufgaben vorbereitet, lernen beispielsweise Projektmanagement oder Betriebsethik.

Gnich ist begeistert: „Finanziell wäre normales Abitur und ein anschließendes Studium für mich kaum möglich gewesen, aber jetzt steht mir alles offen.“

 

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