Logistik im Unternehmen

Transport ohne Fahrer: So bringt Grenzebach Ladungen im Werk sicher ans Ziel

Funktioniert per Funk – und selbst mit schief beladenen Paletten: Das Unternehmen Grenzebach setzt für den reibungslosen Materialfluss in Unternehmen mobile Roboter und Sensoren ein.

Wendig: Rund 30 Fahrzeuge umfasst eine typische Flotte. Foto: Werk

Wendig: Rund 30 Fahrzeuge umfasst eine typische Flotte. Foto: Werk

Stark: Hier hebt der Roboter einen Betonklotz. Foto: Puchner

Stark: Hier hebt der Roboter einen Betonklotz. Foto: Puchner

Test: Kontrolle auf dem Versuchsgelände. Foto: Puchner

Test: Kontrolle auf dem Versuchsgelände. Foto: Puchner

Hamlar. Es müssen mal eben 30 Tonnen Glasscheiben ins Lager? Kein Problem! Das erledigt eine Flotte flinker Roboter: Sie bugsieren die schweren Ladungen beim Kunden sicher quer durch die Werkhalle ans Ziel. Automatisch, ferngesteuert – und natürlich ohne anzuecken.

Intralogistik mithilfe fahrerloser Transportsysteme: Das ist für den Anlagenbauer Grenzebach ein Geschäftsfeld mit Zukunft, das die bisherigen Aktivitäten gut ergänzt. Das Unternehmen aus Hamlar nahe Donauwörth hat seine Wurzeln in der Automatisierung riesiger Fertigungslinien, vor allem für die Glas- und Baustoff-Industrie. „Wir machen jetzt da weiter, wo unsere Maschinen früher aufgehört haben“, sagt Uwe Dopf, der neue Leiter der Sparte.

Zum Beispiel am Ende der Produktionsstraßen, wo fertige Waren zur Verpackung geschafft werden. Schon seit sieben Jahren entwickelt das Familienunternehmen (weltweit 1.500 Mitarbeiter) fahrerlose Transportfahrzeuge. Einen zweistelligen Millionenbetrag hat sie investiert – und ins Schwarze getroffen: „Mobile Roboter“, sagt Dopf, „sind die perfekte Antwort auf die Smart Factory. Weil dort kleine Stückzahlen und schnelle Wechsel gefordert sind.“

Grenzebach kombiniert dazu Fördertechnik mit Robotik und Sensoren. Mehrere Fahrzeugtypen sind entstanden. Heben, klammern, greifen oder ziehen – die batteriebetriebenen Geräte jonglieren Autoteile, Fronten für Küchenmöbel oder in der Halbleiter-Industrie hauchdünne Siliziumscheiben.

Auch im Online-Handel, wo täglich Zigtausende Päckchen verschickt werden, helfen die Roboter-Fahrzeuge. „Einfache, wiederkehrende Abläufe lassen sich gut automatisieren“, erklärt Dopf. Das mache Kapazitäten an anderer Stelle frei: „Die Mitarbeiter sparen sich monotone Tätigkeiten oder lange Wege und können sich auf andere Aufgaben wie die Qualitätskontrolle konzentrieren.“

Rund 1.200 Kilogramm, das Vierfache seines Eigengewichts, schultert beispielsweise das Fahrzeug L1200S. Es fährt unter Tische, Gestelle oder Regale, auf denen das Transportgut liegt, hebt sie an – und hält dank ausgeklügelter Mechatronik auch schief beladene Paletten im Lot. Dann rollt es zum Ziel. Den Weg dorthin legt der „Flottenmanager“ fest – eine eigens von Grenzebach entwickelte Steuerung, die ähnlich wie eine Taxizentrale per Funk die Aufgaben an die einzelnen Fahrzeuge verteilt.


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