Leichtgewichte aus Alu geben sicheren Halt

Tragende Exportschlager: Die Bau-Gerüste von Ischebeck kommen weltweit zum Einsatz

Ob beim Bau eines Hochhauses in Argentinien, einer Bahnbrücke in Dänemark oder eines Tunnels in Polen: Die Alu-Gerüste der Firma Ischebeck sind bei der Bauwirtschaft gefragt – und zwar rund um den Globus.

Baustelle in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires: Die Firma treibt die Internationalisierung weiter voran. Foto: Werk

Baustelle in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires: Die Firma treibt die Internationalisierung weiter voran. Foto: Werk

Betriebsleiter Andreas Janitzky: „Aluminium schweißen ist eine anspruchsvolle Aufgabe.“ Foto: Nougrigat

Betriebsleiter Andreas Janitzky: „Aluminium schweißen ist eine anspruchsvolle Aufgabe.“ Foto: Nougrigat

Osman Canpolat mit Gestell aus Alu: Es ist für ein Traggerüst bestimmt. Foto: Nougrigat

Osman Canpolat mit Gestell aus Alu: Es ist für ein Traggerüst bestimmt. Foto: Nougrigat

Ennepetal. Osman Canpolat arbeitet an einem Leichtgewicht mit tragender Mission: Erst legt der Metaller einen viereckigen Rahmen in eine Vorrichtung, dann die Querstreben. Jetzt kippt das Ganze automatisch um 180 Grad nach hinten, wo ein Schweißroboter die Rohre miteinander verbindet. Fertig! Problemlos kann der Metaller das Gestell aus Alu abnehmen.

Es ist Teil eines Schalungssystems für die Bauwirtschaft, die Canpolats Arbeitgeber Friedr. Ischebeck in Ennepetal am Rande des Ruhrgebiets herstellt. Über solche Traggerüste wird zum Beispiel eine tonnenschwere Betondecke gegossen.

Unternehmen liefert auch nach Südamerika

Die Erzeugnisse kommen rund um den Globus zum Einsatz – etwa beim Bau eines Hochhauses in Argentinien, einer Bahnbrücke in Dänemark oder eines Tunnels in Polen. Der Exportanteil liegt bei 60 Prozent. Konsequent baut das Unternehmen die Internationalisierung aus. 180 Mitarbeiter sind in Ennepetal beschäftigt, weitere 240 in den 18 Tochtergesellschaften weltweit. Und noch immer gibt es weiße Flecken, die Björn und Lars Ischebeck, Geschäftsführer in fünfter Generation, erobern möchten.

Die Firma ist typisch für die nordrhein-westfälische Metall- und Elektro-Industrie, die gut vom Export lebt. Sie erwirtschaftete im letzten Jahr gut 84 Milliarden Euro mit ihren Lieferungen ins Ausland – jeden zweiten Umsatz-Euro.

Wie viele Teile kann ein Bauarbeiter auf einmal tragen? „Zwei. Mindestens“, grinst Canpolat, der Mann mit den Alu-Gestellen: „Das macht die Arbeit auf der Baustelle leichter.“ Das Unternehmen hatte Mitte der 80er-Jahre als erstes Alu für Schalungs- und Verbausysteme genutzt. Betriebsleiter Andreas Janitzky: „Aluminium schweißen ist eine anspruchsvolle Aufgabe.“

Es ist nicht die einzige Innovation, mit der sich Ischebeck einen Namen gemacht hat. Die patentierten Mikropfähle – Bohrstange, Injektionsrohr und Bewehrungsstab in einem – sind in der Bau-Industrie zum Standard bei der Bodenbewehrung geworden. Sei es bei der Hangsicherung an Bahnstrecken, bei der Gründung von Hochmasten oder bei der Stabilisierung von Stützmauern.

Das 1881 gegründete Unternehmen produziert ausschließlich in Ennepetal. Am Firmensitz lässt sich die Entwicklung der Firma gut verfolgen. Modernste Schweißroboter und eine umweltfreundliche Hightech-Lackieranlage stehen neben der alten Gießerei, in der mittlerweile vor allem Aufträge von Fremdfirmen ausgeführt werden. Und stets gilt: hochwertige Produkte liefern, die auf der ganzen Welt gefragt sind.

Lagerhaltung wichtig für Kundenbindung

Der Weg dorthin führt auch über den Kundenservice. Und der wiederum funktioniert nur mit Lagerhaltung: Tausende Stützen, Streben, Träger, Anker und Platten aus Stahl und Alu sind vorrätig.

„Wenn auf einer Baustelle etwas fehlt, wollen die nicht drei Wochen warten“, sagt Betriebsleiter Janitzky. Wie aus einem Baukastensystem können sich die Kunden zusammenstellen, was sie brauchen. Und müssen es noch nicht einmal kaufen: Der Mietservice, den Ischebeck anbietet, wird immer mehr genutzt. Eine neue Lagerhalle dafür ist schon in Planung.


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Das Auslandsgeschäft läuft für die nordrhein-westfälische Wirtschaft rund: Sie konnte 2015 ihre Exporte erneut steigern – auf 182 Milliarden Euro. Bedeutendste Abnehmerländer waren die Niederlande vor Frankreich und Großbritannien.

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