Moderner, digitaler, englischer

Traditionsreicher Beruf neu geregelt: 2018 kommt der Verfahrenstechnologe Metall

Neues von einem uralten Ausbildungsberuf: Aus dem Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie wird bald der Verfahrenstechnologe Metall. Ein Experte erklärt, was sich da alles ändert.

Metall steht im Mittelpunkt: Azubis in der Lehrwerkstatt der HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg. Foto: Roth

Metall steht im Mittelpunkt: Azubis in der Lehrwerkstatt der HKM Hüttenwerke Krupp Mannesmann in Duisburg. Foto: Roth

Bonn. Ein traditionsreicher Beruf bekommt einen neuen Namen – und wird auch sonst moderner aufgestellt: Aus dem Verfahrensmechaniker in der Hütten- und Halbzeugindustrie wird zum August 2018 der Verfahrenstechnologe Metall.

„Der neue Name ist kürzer und frischer, er zeigt an, dass es um Facharbeiter geht, die mit einem Technologieprozess vertraut sind“, erläutert Axel Kaufmann vom Bundesinstitut für Berufsbildung. Er hat das Neuordnungsverfahren geleitet. Der Lehrberuf, um den es geht, ist recht selten. Bundesweit gibt es derzeit nur rund 520 Auszubildende im ersten Lehrjahr, darunter 12 Frauen.

Mehr englische Fachbegriffe

Aber der Job ist wichtig für die Wertschöpfungsketten in der Industrie: Wer die Prüfung geschafft hat, ist Fachkraft für die Herstellung und Umformung von Stahl oder Nichteisenmetallen – vom Rohstoff bis zum fertigen Halbzeug.

Dreieinhalb Jahre dauert das insgesamt. Nach einer breiten Grundbildung spezialisiert man sich im letzten Drittel der Ausbildungszeit auf eine von vier Fachrichtungen (die Stahlumformung ist derzeit am häufigsten vertreten).

Die Modernisierung bringt diverse neue Anforderungen an die Nachwuchskräfte mit sich: „Sie erlernen zum Beispiel künftig den Umgang mit digitalisierten Steuerungsmechanismen in Produktion und Logistik“, sagt Kaufmann. Englische Fachbegriffe werden wichtiger. Ebenso Nachhaltigkeit – „zum Beispiel, wenn es darum geht, Energieverluste zu vermeiden“.

Und die Abschlussprüfung wird gestreckt. Was bisher „nur“ Zwischenprüfung war, zählt künftig für die Endnote mit. Zudem soll die Prüfung realistisch sein, wie Kaufmann betont: „Möglichst an der Anlage im Betrieb.“


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