Markanter Baustoff

Titanzink lässt Architekten-Träume wahr werden


Datteln. Mit winzigen Bewegungen an der Fernsteuerung lenkt Frank Brauckhoff ein Gewicht von 15,7 Tonnen. Es ist ein Coil mit aufgewickeltem Titanzink. Durch die Legierung mit Kupfer und Titan ist das Zink so geschmeidig, dass sich daraus Regenrinnen, Rohre, Dächer, Fassaden, Gauben und Giebel machen lassen. Ein ideales Baumaterial also.

Der Mann an der Riesenrolle arbeitet bei Rheinzink in Datteln. Und dieses Unternehmen sorgt mit dafür, dass Architektenträume wahr werden.
Renommierte Baumeister haben das Material für ihre ehrgeizigen Projekte entdeckt. So ließ der Amerikaner Daniel Libeskind die Fassade des Jüdischen Museums in Berlin mit dem Produkt aus Datteln veredeln. Und die britisch-irakische Star-Architektin Zaha Hadid gestaltete die Außenhülle des Transportmuseums in Glasgow mit 200 Tonnen Rheinzink.

Schick, markant – und extrem haltbar

Auch die Loge im Stadion von Lwiw (Ukraine), in dem letzten Sommer drei Spiele der Fußball-EM stattfanden, hat eine Rheinzink-Haut. Theater- und Opernhäuser, Hotels und Bürogebäude in aller Welt erhalten so ihre Gestalt, die ebenso markant wie robust ist. „100 Jahre hält zum Beispiel ein Titanzink-Dach“, versichert Dirk Böttcher, Vorsitzender der Geschäftsführung. Sein Unternehmen stellt zwar die Rohre und Regenrinnen selber her; die aufwendigen und raffiniert gestalteten Bauelemente werden aber meist von den Kunden in Form gebracht.

Die Dattelner verarbeiten täglich bis zu 800 Tonnen Zink. „In fünf Öfen wird es erhitzt, bis es ab 520 Grad flüssig wird“, erklärt Böttcher.Der Energiebedarf sei extrem hoch. „Wir haben den Stromverbrauch einer Kleinstadt mit 35.000 Einwohnern.“

Deshalb ist Energiesparen ein heißes Thema. Beim Schmelzverfahren, das 80 Prozent des Verbrauchs ausmacht, sei allerdings kaum noch etwas herauszuholen.

Auf der anderen Seite trägt Rheinzink selbst zum Energiesparen bei, so der Firmenchef: „Unser Produkt wird auch bei der Sanierung von Häusern eingesetzt.“

Während heißes Zink durch Rinnen fließt, hebt Frank Brauckhoff mit seinem Kran schon den nächsten Coil an. Daraus machen seine Kollegen heute Regenrinnen für den französischen Markt.

Material verwittert im Zeitraffer

Immer seltener werden die Rheinzink-Produkte in Hochglanz ausgeliefert. In einer sogenannten Vorbewitterungsanlage entsteht die Farbgebung der natürlichen Patina, die in der modernen Architektur besonders gefragt ist.
Ein Beizverfahren lässt das Titanzink schiefergrau oder blaugrau werden.

Und nimmt somit die Optik vorweg, die sich an den Gebäuden normalerweise erst später bildet – aber das Ergebnis ist schön gleichmäßig und ästhetisch.

Für Geschäftsführer Böttcher ist Titanzink aber noch aus ganz anderen Gründen das perfekte Baumaterial: „Es ist ein natürlicher Werkstoff, der sich komplett recyceln lässt.“

Außerdem ermögliche es eben „besondere architektonische Akzente“. Einen setzt auch das Empfangsgebäude von Rheinzink. Es wurde von Star-Architekt Libeskind entworfen.

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Info: Rheinzink

Rheinzink ist mit 800 Mitarbeitern in mehr als 30 Ländern das größte Tochterunternehmen im Grillo-Konzern. Rund 450 Menschen arbeiten am Standort in Datteln. Nach der Gründung vor 46 Jahren produzierte Rheinzink zunächst nur für den deutschen Markt. Heute liegt der Exportanteil bei über 50 Prozent. Pro Jahr werden etwa 100.000 Tonnen Titanzink ausgeliefert.

Unternehmen in diesem Artikel

RHEINZINK GmbH & Co. KG

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RHEINZINK GmbH & Co. KG
Bahnhofstraße 90
45711 Datteln

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