Nachwuchs gestaltet Internet-Plattform

Thyssen-Krupp-Rasselstein: Darum hat Deutschlands größter Weißblechhersteller einen Azubi-Blog

Das Blogger-Team: Chefredakteurin Anna (links) mit Redaktionskollegen. Foto: Roth

Andernach. Routiniert wie eine Chefredakteurin verteilt Anna die Arbeit. „Wer geht zur Besten-Ehrung? Wer schreibt über den Girls’ Day? Anfang April ist Ausbildungsmesse. Wir wollen im Vorfeld berichten“, sagt sie.

Wie alle hier ist sie in der Ausbildung bei ThyssenKrupp Rasselstein in Andernach (Rheinland-Pfalz). Das Team gestaltet beim größten deutschen Weißblechhersteller den Azubi-Blog. Über das, was los ist im Betrieb, über ihre Prüfungen und Ausbildungsstationen, aber auch über die Erlebnisse beim New-York-Marathon.

„Wir richten uns auch an die Jugendlichen in der Region“, sagt Anna, die wie alle Blogger hier nur ihren Vornamen nennt. Potenzielle Bewerber sollen Informationen aus erster Hand bekommen. Rasselstein stellt jedes Jahr circa 60 neue Azubis ein.

Auch die rund 2.400 Kollegen aus dem Betrieb finden den Blog spannend. „Wir haben rund 100 Zugriffe täglich“, sagt Christian Weers aus der Unternehmenskommunikation der ThyssenKrupp-Tochter. Einige Beiträge wurden schon über 1.000 Mal angeklickt.

Bilder dürfen keine Geheimnisse des Betriebs zeigen

Beliebt ist die Serie über den Weißblech-Kreislauf. Über Monate haben die Blogger den Weg des Stahls von der Anlieferung und Verarbeitung verfolgt – bis zur Verladung der Coils aufs Binnenschiff. Zwei Azubis folgten ihm in die Fabrik eines niederländischen Kunden, wo Konservendosen entstehen. Das Füllen der Dose und ihr Recycling sollen demnächst den Kreislauf schließen.

15 Jugendliche texten, fotografieren und drehen kurze Videos. „Wenn wir zu Hause dran arbeiten, dürfen wir die Stunden aufschreiben, aber bezahlt wird das Bloggen nicht. Wir machen es aus Spaß“, sagt Anna, Bürokauffrau im dritten Ausbildungsjahr.

Schließlich entscheiden sie selbst über die Themen. Ausnahme: Beiträge dürfen keine Betriebsgeheimnisse verraten – und Bilder dürfen nur Menschen zeigen, die einverstanden sind.

Das weiß auch Blogger Jonas: „Ich komme in eine neue Abteilung. Darüber möchte ich schreiben.“


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