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Botschafterin der Textilbranche

Textil-Studentin postet über ihren Uni-Alltag bei „Go Textile“

Jenny Bürger will junge Leute für die Branche interessieren. Auf der Online-Plattform „Go Textile“ schreibt die Textillaborantin neben dem Studium an der Hochschule Niederrhein über ihren Alltag. Mit wachsendem Erfolg.

In der Maschinenhalle: in den nächsten Semerstern wird die Studentin Textilanlagen einrichten. Foto: Wirtz

In der Maschinenhalle: in den nächsten Semerstern wird die Studentin Textilanlagen einrichten. Foto: Wirtz

Online erreichbar: Bürger berichtet als "Go Textile"-Botschafterin auch über ihre Ausbildung in der Branche. Foto: Wirtz

Online erreichbar: Bürger berichtet als "Go Textile"-Botschafterin auch über ihre Ausbildung in der Branche. Foto: Wirtz

Campusgespräche: Kollegen Laura Schneider, Jannis Köser und Kerstin Zengerle (von links). Foto: Wirtz

Campusgespräche: Kollegen Laura Schneider, Jannis Köser und Kerstin Zengerle (von links). Foto: Wirtz

Im Labor: Ihre Ausbildung zur Textillaborantin hat Bürger Ende Juni erfolgreich beendet. Foto: Wirtz

Im Labor: Ihre Ausbildung zur Textillaborantin hat Bürger Ende Juni erfolgreich beendet. Foto: Wirtz

Mönchengladbach. Mit wippendem Pferdeschwanz bahnt sich Jenny Bürger ihren Weg vorbei an einer Rundstrickanlage und steuert zielstrebig eine breite Webmaschine an. Die steht im Technikum des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach.

„Hier werde ich in den nächsten Semestern viel Zeit verbringen“, sagt die Textil-Studentin und postiert sich vor der Webmaschine, deren leuchtend gelb schimmernde Fäden bis fast bis an die Decke der Maschinenhalle reichen.

Bürger verschränkt die Arme und räumt jetzt erst mal mit einem Vorurteil auf: „Weil ich eine Frau bin, glauben die meisten, ich studiere Modedesign oder Modemanagement.“ Ein Irrtum!

Neben der Ausbildung zur Textillaborantin liefen schon die ersten Vorlesungen

Die 19-Jährige aus Mettmann studiert Textiltechnologie: „Ich interessiere mich für die Produktionsprozesse wie das Weben, Rundstricken, Ausrüsten oder Beschichten. Kurz gesagt: Wie aus der Faser der Stoff wird.“ Das Besondere daran: Bürger studiert dual. Zusätzlich zu den Vorlesungen, die in den ersten vier Semestern an zwei Tagen in der Woche stattfanden, hat sie an der Öffentlichen Prüfstelle für das Textilwesen der Hochschule eine Lehre zur Textillaborantin absolviert und Ende Juni abgeschlossen.

Warum diese Doppelbelastung? „Nur zu studieren, war mir zu wenig. Ich wollte auch die Praxis kennenlernen.“ Das war manchmal stressig, hatte aber auch Vorteile. Was sie theoretisch lernte, konnte schon einen Tag später als Prüfauftrag im Labor auf sie warten: etwa die Reiß- und Zugfestigkeit von Stoffen und Garnen testen.

Ihre Aufgabe: Informationen knackig und kurz rüberbringen

Von ihrer Neugierde und ihrem Wissen profitieren jetzt auch andere – und zwar online. Seit April engagiert sich die junge Studentin als Bloggerin bei der Image- und Informationskampagne „Go Textile“ des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie in Berlin (go-textile.de). Sie postet regelmäßig auf Facebook ganze Artikel etwa über die textile Produktionskette oder stellt Bilder ihrer Arbeit im Labor mit kurzen Texten bei Instagram ein.

„Die Informationen müssen knackig und kurz rüberkommen, dazu mache ich passende Bilder“, sagt sie. Bis zu 20 Beiträge gehen so monatlich online. „Meine Follower-Zahl wächst stetig. Viele schreiben mich an, weil sie Informationen über das Studium in Mönchengladbach oder den Beruf haben wollen.“

Neue Themen stehen schon in der Blog-Pipeline

Anfang Juli besuchte sie auch als „Go Textile“-Botschafterin die Fashion Week in Berlin und nahm an einer Podiumsdiskussion über die Innovationskraft der deutschen Textil-Industrie teil.

An die glaubt sie fest: „Sonst hätte ich mich nicht für dieses Studium entschieden.“ Das dauert weitere fünf Semester – jetzt in Vollzeit. Viel Gelegenheit also, in Seminaren und auf den Maschinen des Technikums Themen zu bearbeiten, die ihr wichtig sind. „Nachhaltig produzierte Textilien, interaktive Kleidung oder die Entwicklung alternativer Stoffe.“ Wird man das in ihrem Blog finden? „Sicher. Ich plane jetzt die Themen der nächsten Monate.“

Bis zu ihrem Auslands- oder Praxissemester in etwa eineinhalb Jahren wird sie weiter für „Go Textile“ schreiben. Wo es dann hingeht? „Weiß ich noch nicht“, sagt sie: „Wen es interessiert, der sollte in meinen Blog schauen.“

Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Über den „Go Textile“-Blog kam ich zum dualen Studium in Mönchengladbach. Die Kombination aus Lehre und Studium hat mich überzeugt.

Was reizt Sie am meisten?

Ich will immer hinter die Dinge schauen können. Das kann ich jetzt an der Hochschule und auch in meinem Blog.

Worauf kommt es an?

Dranbleiben, auch wenn es stressig ist. Und wenn es unübersichtlich wird, einen Plan erstellen. Das macht den Kopf frei.


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