Beruf und Familie

Teilzeit-Lehre? Kein Problem!


Queisser Pharma hat mit seiner maßgeschneiderten Personalpolitik auch wirtschaftlich Erfolg

Flensburg. Als Alleinerziehende mit zwei Kindern eine Ausbildung starten – das schien für Jytte Deik (28) aussichtslos. Jetzt ist sie mittendrin, stellt bei Queisser Phar- ma Paletten mit „Doppelherz“-Kartons zusammen. „Es passt perfekt“, sagt die angehende Fachlageristin. Sie sei froh, dass sie nach vielen Absagen eine Chance bekam.

Die Einsatzzeiten sind auf ihre Möglichkeiten abgestimmt – damit die Kinder (6 und 9) nicht zu kurz kommen. „Uns ist wichtig“, sagt Personalleiter Holger Klattenhoff, „die betrieblichen Erfordernisse mit den Bedürfnissen der Mitarbeiter in Einklang zu bringen. Denn die sind das höchste Gut.“

Dass man bei Queisser dafür auch neue Wege geht, dafür ist Jytte Deik nur ein Beispiel. Die Stichworte heißen flexible Arbeitszeit, individuelle Teilzeit-Modelle oder finanzielle Hilfe bei der Kinder-Notfallbetreuung. Für seine Personalarbeit und den Kraftakt, Job und Familie unter einen Hut zu bringen, wurde der Hersteller frei verkäuflicher Arznei- und Nahrungs-Ergänzungsmittel 2009 zum zweiten Mal mit dem Gütesiegel „Top Job“ ausgezeichnet.

Jeder Neunte ist ein Azubi

Die Wahl der 100 besten Mittelständler, organisiert von der Beratungsfirma Compamedia in Überlingen am Bodensee, basiert unter anderem auf einer breit angelegten Mitarbeiter-Befragung. „Die Ergebnisse zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, stellt der Personalleiter heraus. Gemeinsam feiern, Sport treiben, überall auf offene Türen stoßen – das gehört zur familiären Firmenkultur.

Das zeitigt Erfolg: Trotz Krise wuchs Queisser Pharma (213 Mitarbeiter) letztes Jahr in Deutschland um 10 Prozent, stärker als der Markt. Insgesamt setzte man mit den Hauptmarken Doppelherz, Protefix, Stozzon und Ramend rund 80 Millionen Euro um. 1,5 Millionen Flaschen Tonikum und gut 500 Millionen Kapseln und Tabletten werden in Flensburg jährlich abgefüllt und verpackt.

Geschäftsführer Gert Bendixen: „Mittelfristig bauen wir die Produktions- und Lagerflächen aus. Die Zeichen stehen auf Wachstum.“

Die 1897 gegründete Firma entwickelt Produkte für Menschen, die ihre Gesundheit erhalten und vorsorgen wollen. 600 Artikel hat Queisser im Angebot, pro Jahr kommen etwa 50 hinzu. Neue Märkte wurden in den letzten Jahren vor allem in Osteuropa erschlossen.

Die Ausbildungsquote liegt mit rund 11 Prozent deutlich über dem Durchschnitt. Damit sich die „Neulinge“ schnell zurechtfinden, bekommen sie Paten an die Seite gestellt, erhalten betrieblichen Unterricht und können eigene Projekte bearbeiten.

Mut, vom Standard abzuweichen“

In der wirtschaftlich schwachen Region ist Queisser Pharma als guter, solider Arbeitgeber bekannt. Sein Erfolgsrezept? Geschäftsführer Bendixen antwortet so: „Eine gehörige Portion Mut, vom Standard abzuweichen, Leidenschaft, sich reinzuhängen, und Bereitschaft, sich auch mal zu quälen.“

 

Info: Ausbildung bei Queisser Pharma

Queisser Pharma bildet Industriekaufleute, Fachlageristen, Lagerlogistiker, Chemielaboranten, Informatikkaufleute und Betriebswirte aus. Übernahmequote: 80 Prozent. Ab August kommt der Bereich Mechatronik hinzu.

Zudem bietet Queisser im Verbund mit den Firmen Flensburger Brauerei, Beyersdorf-Gruppe und Agitalis eine duale Ausbildung mit einem Studium an, das mit dem „Bachelor of Arts“ in Betriebswirtschaft abschließt.

www.queisser.de/ausbildung.html

 

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