Weiterbildung im Betrieb

Teilqualifizierung: Von der Bürokauffrau zur Maschinen- und Anlagenführerin

Motiviert: Melanie Frömmgen wird Maschinen- und Anlagenführerin. Foto: Schulz

Mühldorf am Inn. Stufenweise lernen, so geht Weiterbildung mit der „Teilqualifizierung“. Die Arbeitgeberverbände verschiedener Branchen bieten sie gemeinsam mit dem Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) an.

Schritt für Schritt können sich un- und angelernte Mitarbeiter sowie Beschäftigte mit einer fachfremden Ausbildung damit weiterbilden und sich so bis zum Facharbeiter qualifizieren. Wer alle Module schafft, kann sich zur „Externenprüfung“ bei der zuständigen Kammer anmelden.

Seit dem Start 2007 haben im Freistaat über 14.000 Arbeitskräfte die Chance ergriffen. Eine von ihnen ist Melanie Frömmgen (29) aus Garching an der Alz. Seit Herbst wird sie von dem Stecker-Hersteller ODU im oberbayerischen Mühldorf am Inn zur Maschinen- und Anlagenführerin weitergebildet. Sie findet das Programm sinnvoll: „Weil sich da jeder in seinem Tempo entwickeln kann.“

Frömmgen hatte bereits eine abgeschlossene Ausbildung zur Bürokauffrau, bevor sie 2005 zu ODU kam. Dort arbeitete sie zunächst in der Handmontage für Stecker, zeigte Talent – und bald übertrug man ihr die Leitung eines Teams, ließ sie Schichtpläne schreiben und die Auslieferungen überwachen. Da sie mittlerweile geübt ist im Umgang mit Maschinen, bot ihr die Firma die Teilqualifizierung an.

Frömmgen sagte zu: Sie will technisch auf dem Laufenden sein. „Es wird immer mehr automatisiert“, sagt sie. „Wir brauchen Leute, die die Automaten auch einstellen können.“

Sie bedient etwa eine Maschine mit Roboterarm, die mehrere Arbeitsschritte in einem erledigt. Der Automat wird bestückt, greift sich die Teile, fügt Kabel und Plastikverbindungen zusammen. Frömmgen muss ein großes Sortiment überblicken: „So ein Stecker hat bis zu 100 Teile.“

Abends und am Wochenende büffelt sie. Nach der ersten Teilprüfung im Mai könnte sie noch zwei Jahre weitermachen bis zum Techniker. „Nicht ausgeschlossen“, sagt sie. Aber sie will „eins nach dem anderen“ angehen.

Die Teilqualifizierung gibt es für mehrere Berufe – und mittlerweile nicht nur in Bayern, sondern bundesweit. Am häufigsten nachgefragt bei Metall und Elektro sind die Fachkraft für Metalltechnik, der Zerspanungsmechaniker, der Industrieelektriker und der Mechatroniker.


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Staplerfahrer Otto Heltmann hat seine Chance beherzt ergriffen – und per Teilqualifizierung dazugelernt. Heute ist er Schichtführer am BSH-Standort Traunreut. AKTIV erklärt, wie das neue Bildungskonzept funktioniert.

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