Maschinenbau

Teig für jede Lebensart


Von Croissants bis Pogatschen: Fritsch-Maschinen kriegen es gebacken!

Markt Einersheim. Pizza ist eine Spezialität der Italiener – und wie man Croissants macht, wissen am besten die Franzosen? Das ist nicht ganz richtig. Franzosen und Italiener lassen sich nämlich von Franken erklären, wie man den Teig für ihre Leckereien herstellt. Genau genommen: von Ingenieuren aus dem unterfränkischen Örtchen Markt Einersheim.

Dort sorgen die mehr als 500 Mitarbeiter der Firma Fritsch zum Beispiel dafür, dass den Franzosen ihr Nationalgebäck nicht ausgeht. Mit den Bäckereimaschinen lassen sich bis zu 50.000 Croissants herstellen, pro Stunde! Im 24-Stunden-Dauerbetrieb, sechs Tage lang.

Für Handwerk und Großbetrieb

„Wir bauen besonders stabile Maschinen, die mit dieser Belastung auch fertig werden“, erklärt Kai Kasper, Leiter der spanlosen Fertigung.

Von dem Know-how  profitieren nicht nur die großen Industriebäcker, die auf vollautomatische Fertigung setzen. Auch der Handwerksbäcker um die Ecke bekommt bei Fritsch seine Teigausroll-Maschine.

 

Und wenn er will, kann er sich sogar das Breznschlingen sparen! Als einziges Unternehmen weltweit bieten die Unterfranken eine Maschine an, die diese Aufgabe im industriellen Maßstab erledigt. Passend zur Größe des Bäckerbetriebs lassen sich 2.000 bis 16.000 Brezn pro Stunde herstellen.

Besonders stolz sind die Fritsch-Beschäftigten, dass diese Innovation aus ihren Reihen stammt: Sechs Jahre lang tüftelten mehrere Ingenieure in ihrer Freizeit, bis im Jahr 1999 mit dem Verkauf der Breznmaschine begonnen werden konnte. Inzwischen wird sie auch erfolgreich vermarktet.

Der Vorteil ist, dass die Maschine innerhalb weniger Minuten umgerüstet werden kann: „Statt Brezn können dann beispielsweise Sesamkringel produziert werden“, sagt Dieter Wolf, zuständig für das Produktmanagement bei Fritsch. „Die sind zum Beispiel in Griechenland gefragt.“

73 Prozent der Aufträge kommen aus dem Ausland, vor allem aus Westeuropa. Dabe hat jedes Land seine eigenen Vorlieben: Runde Gebäckstücke, genannt „Pogatschen“, sind das auf dem Balkan und in der Türkei. Und in Italien das Fladenbrot „Focaccia“. Weil die Fritsch-Anlagen aus Modul-Bausteinen bestehen, lassen sie sich schnell umstellen. Es kommt sogar vor, dass ein Produkt noch gar nicht auf dem Markt ist, ein Kunde aber schon eine Anlage zur Herstellung sucht.

Probe-Backen auf 3.000 Quadratmetern

Dass er dann zu Fritsch geht, hat seinen Grund. Der vor 80 Jahren gegründete Betrieb bietet seinen Kunden einen besonderen Service: Im Fritsch-Technologie-Zentrum im nahen Kitzingen können sie, unterstützt von sachkundigen Mitarbeitern, „Teig-Technologen“ genannt, Zukunftsprodukte entwickeln und testen – auf Fritsch-Maschinen. Weil der Service ankommt, wird das Zentrum gerade auf 3.000 Quadratmeter ausgebaut.

Miriam Zerbel

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