So werden Leitungen unsichtbar

Tehalit produziert im Jahr 40 Millionen Meter Kunststoff-Kanäle

Heltersberg. Dieter Schneider legt den Messschieber an einen Kabelkanal. Ein prüfender Blick, dann nickt er zufrieden. Neben ihm brummen Anlagen, Sägen kreischen. Schneider ist Verfahrensmechaniker in der Produktion von Tehalit in Heltersberg. Das Unternehmen gehört zur Hager Gruppe, einem Experten für Elektro-Installationen.

„Ich plane die Aufträge und überwache die Produktion. Damit alles fehlerfrei läuft“, erzählt Schneider. Das ist wichtig, denn rund 40 Millionen Meter Kabelkanal aus Kunststoff – sogenannte Leitungsführungs-Systeme für Energie- und Datenleitungen – verlassen jährlich das Werk südlich von Kaiserslautern. Und das in mehreren Dutzend Formen und Farben. Dabei ist Kunststoff nicht gleich Kunststoff: Spezielle Zusätze verleihen den Produkten unter anderem eine selbstreinigende Oberfläche. Die Rezeptur ist streng geheim.

Wozu braucht man Kabelkanäle? „Eine Leitungsführung beginnt in jedem Gebäude am Schaltschrank“, erläutert Produktmanager Mathias Hergert. „Von da an sollen alle Kabel und Anschlüsse strukturiert durchs Haus laufen – so unauffällig wie möglich.“ Ob in Wohnungen, Großraumbüros, Praxen oder Parkhäusern: Jeder Einsatzort verlangt von den Experten eine eigene Lösung. Ein Showroom zeigt in Heltersberg neuerdings, was alles geht. Verblüffend: Man sieht dort nicht viel. „Genau das ist das Ziel. Kabelstränge, Steckdosen und Schalter verschwinden in den Kanälen an der Wand, aber auch in hohlen Wänden und in Böden“, sagt der gelernte Architekt.

Bei der Planung ist Weitsicht gefragt. Die Führung von Strom- und Datenleitungen muss sich flexibel anpassen. Neueste Technologien verlangen immer komplexere Strukturen und Verläufe.

„Intelligentes Wohnen“ heißt ein Trend im Hausbau. Bedeutet: Haushaltsgeräte sind miteinander vernetzt und können über Funk gesteuert werden. Von unterwegs lassen sich so mit Smartphone & Co. Jalousien programmieren, Lampen, Fernseher und Musik an- und ausschalten, die Heizung ebenso.

Und: „Neue Systeme ermöglichen älteren Menschen, länger allein zu Hause zu leben“, sagt Mathias Hergert. Wie das? Registrieren Sensoren eine Notsituation in bestimmten Räumen, schlagen sie Alarm; die Familie und der Arzt werden benachrichtigt, und sogar der Herd schaltet sich aus.

Übrigens: Am Standort Heltersberg (fast 600 Mitarbeiter) setzt man auch auf das Zukunftsthema Elektro-Mobilität. Seit 2010 gehört das Unternehmen zu einer Handvoll deutscher Hersteller von Stromladestationen für Elektroautos. Schon bald sollen diese am Haus, im heimischen Carport oder auf Firmenparkplätzen jederzeit bereitstehen.


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