Interview

„Tag der offenen Tür reicht nicht“


ContiTech Phoenix Compounding geht in der Ausbildung neue Wege

Waltershausen. Seit 2005 hat sich in Thüringen die Zahl der Schulabgänger halbiert, das spürt auch der Standort Waltershausen von ContiTech Phoenix Compounding Technology, einem Hersteller von Kautschukmischungen. Werkleiter Klaus Faßler beteiligt sich an einer betriebsübergreifenden Ausbildungsinitiative.

AKTIV: Wie viele Auszubildende stellen Sie pro Jahr ein?

Faßler: 25 bis 30. Doch wir hatten in den letzten Jahren Schwierigkeiten, diese Stellen mit guten Schülern zu besetzen. Deshalb machen wir beim Projekt „BOWACO – Berufsausbildung in Waltershausen“ mit. Statt wie früher in den Schulen für unsere Ausbildung zu werben, holen wir jetzt die Schüler zu uns. Damit sie die Berufe und Ausbildungsbetriebe intensiv kennenlernen und auf die Anforderungen vorbereitet werden.

AKTIV: Sie tun das gemeinsam mit 28 weiteren Betrieben.

Faßler: Ja. Ziel ist es, dass die Schüler in der Region bleiben, dort eine Ausbildung und anschließend einen Arbeitsplatz bekommen. Viele wissen nichts von den Firmen in ihrer Umgebung und davon, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen. Mit einem Tag der offenen Tür ist es nicht getan. Wir wollen Brücken bauen, damit Schüler die Betriebe und die dort arbeitenden Menschen wirklich kennenlernen, die Atmosphäre spüren können.

AKTIV: Wie läuft das konkret?

Faßler: Wir arbeiten mit zwei Schulen zusammen, eine dritte kommt hoffentlich bald hinzu. Jeden Freitag führen wir Schüler der Klassen sieben bis zehn theoretisch und praktisch an mechanisch-technische Berufe heran, auch an kaufmännische und soziale, sogar einen landwirtschaftlichen Zweig haben wir dabei. Die teilnehmenden Betriebe haben 92 Schülerarbeitsplätze geschaffen.

 

Info: Das Projekt BOWACO

In Waltershausen (Thüringen) organisiert ein Förderverein für Schüler jeden Freitag theoretischen Unterricht in einem Trainingszentrum und praktischen Einsatz in 29 Betrieben. Bis 2013 sind dafür Gelder aus dem Europäischen Sozialfonds zugesagt. Auch das Land Thüringen hilft.

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