Entwicklung

Synventive bringt Kunststoff auf Trab


Hersteller von Heißkanalsystemen ist Weltmarktführer im Automotive-Bereich

Bensheim. Ob IAA in Frankfurt, Autosalon Genf oder die Automesse in Paris: Wenn sich Motorfans auf solchen Messen begeistert die neuesten Modelle anschauen, ist das für Thomas Müller und seine Kollegen fast schon kalter Kaffee.

Denn ohne die Mitarbeiter von Synventive käme so manches dieser Modelle gar nicht erst zustande. Das Unternehmen entwickelt und produziert Heißkanalsysteme.

Mit diesem wichtigen Teil für die Spritzgießwerkzeuge der Kunststoffindustrie gilt Synventive im Automotive-Bereich sogar als weltweiter Marktführer.

Perfekt abgestimmt

Vom kleinen Zahnrad bis zum Stoßfänger werden immer mehr Teile nicht wie in der Vergangenheit aus Metall hergestellt, sondern aus elastischem Kunststoff. Und der muss in Form gebracht werden. Präzise und auf Hundertstel Millimeter genau gelingt dies durch Heißkanalsysteme.

Viele verschiedene Bauteile aus hochwertigem Stahl werden dafür per-fekt aufeinander abgestimmt. Denn der Kunststoff muss sich unter extremem Druck bei optimaler Temperatur und Konsistenz gleichmäßig in der Form verteilen, ehe er aushärtet.

„Und genau das beherrschen wir wirklich perfekt“, erklärt Norbert Scheid, der Europa-Chef von Synventive. Weltweit zählt das Unternehmen 640 Mitarbeiter. In Bensheim sind es 250 Beschäftigte in der Europa-Zentrale und in der Produktion.

Service rund um die Uhr

Mit höchster Präzision werden aus Stahlrohlingen die für die Heisskanalsysteme notwendigen Teile hergestellt. Manche auf Zweitausendstel Millimeter genau.

Im System müssen sie später einem Druck von einigen Tausend Bar aushalten. „Dank rechtzeitiger Umstellung auf Lean-Management haben wir innerhalb unserer Gruppe gezeigt, dass man in Deutschland qualitativ hochwertig und trotzdem sehr produktiv fertigen kann“, erklärt Scheid.

Thomas Müller, Teamleiter Montage, erinnert sich noch gut an die Zeit, als er vor fast 20 Jahren hier als Industriemechaniker begann: „Man hat dort gearbeitet, wo Platz war. Vor der Montage musste man alle Teile zusammentragen.“

Heute ist die komplette Fertigung dagegen perfekt durchorganisiert, in der Montage jeder Arbeitsplatz in Zellen auf die zu montierenden Systeme abgestimmt. „Das spart Zeit, und alles läuft wie am Schnürchen”, so Müller.

Er ist froh über die Entwicklung: „Ich weiß nicht, ob wir mit unserer Firma heute sonst noch da wären.”

Doch nicht allein die Fertigung ist für das Umsatzwachstum in den letzten Jahren verantwortlich. Viele  Kunden nutzen zunehmend auch das technologieübergreifende Wissen von Synventive. „Durch unsere Beratung bringen wir mehr Prozesssicherheit in die Fertigung beim Kunden, denn schon kleinste Störungen im Produktionsablauf können sehr hohe Kosten verursachen“, so Geschäftsführer Andreas Müller.

Für die Bensheimer Spezialisten ist es deshalb selbstverständlich, Service rund um die Uhr anzubieten. Für Techniker Johann Kasper auch am Wochenende kein Problem: „Wenn es irgendwo klemmt, sind wir wirklich schnell.”

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