Kult-Produkt

Sturmfreie Bude


Wie ein Strandkorb-Hersteller auf Usedom der Globalisierung trotzt

Heringsdorf. Er gilt als so typisch deutsch wie der Gartenzwerg oder das Oktoberfest: der Strandkorb! Wenn der Sommer kommt, schießen an deutschen Stränden über Nacht die kultigen Bademöbel aus dem weißen Sand. Auf dass die steife Brise keine Chance habe.

Das Gros der Strandkörbe mag heute zwar aus Fernost stammen. Ein Hersteller aber verweigert sich konsequent den scheinbar unausweichlichen Zwängen der Globalisierung. Und produziert Strandkörbe nach alter Väter Sitte. In Handarbeit auf der OstseeInsel Usedom.

Körbe mit Kühlschrank und Flachbild-TV

Hier hat die Korb GmbH ihren Sitz, traditionsreichster Strandkorbhersteller der Welt.

„Rund 7.000 Körbe produzieren wir im Jahr“, sagt  Geschäftsführer Jan Müller, während er mit dem Handy am Ohr durch die Werkhalle spurtet. Der Stress hat seinen Grund: Strandkörbe sind ein Saisongeschäft. „Egal ob Kurverwaltung, Strandkorbvermieter oder privater Endkunde, alle wollen ihren Korb nun mal im Sommer nutzen und ordern meist entsprechend kurzfristig“, sagt Müller. Die  46 Mitarbeiter des mecklenburgischen Traditionsbetriebs ackern deshalb derzeit in zwei Schichten von 6 Uhr morgens bis Mitternacht.

Sonderwünsche bei der Strandkorb-Ausstattung seien dabei willkommen: Ein Korb mit Massage-Einrichtung? Kein Problem! Oder ein Modell mit Kühlschrank, einem Flachbildschirm, mit Leselampe? Aber immer doch!

Doch trotz aller Hightech-Spielereien: Die eigentliche Korbproduktion läuft auf Usedom noch immer so wie anno dazumal. Tischler bauen die Holzgestelle, die Korbmacher flechten die Außenhaut, Schneider und Polsterer zeichnen für den Komfort im „Innenbereich“ verantwortlich. Das alles kann dauern. „Bei einem Top-Modell verschlingt allein das Flechten des Korbs schon mal 60 Arbeitsstunden“, erklärt Müller.

An eine Produktionsverlagerung ins billige Ausland habe man bei Korb nie einen Gedanken verschwendet. Müller: „Wir wollen das alte Handwerk des Korbflechtens aufrechterhalten. Und Qualität liefern.“

Strandkörbe für Olympia

Bei einer Strandwanderung habe Müller kürzlich Korb-Körbe aus den 60er-Jahren erspäht. „Die waren immer noch im Einsatz, wie am ersten Tag.“ Bei dem „Billigzeug aus Asien“ dagegen fliegen einem doch nach zwei Jahren „die Geflechte um die Ohren“. Qualität „Made auf Usedom“ hat allerdings ihren Preis. Bis zu 6.000 Euro kostet, je nach Ausstattung, ein Luxuskorb.

Die Kunden in aller Welt  stört das nicht. Gut 10 Prozent der Produktion gehen mittlerweile ins Ausland. „Gerade war ein Importeur aus Dubai hier“, sagt Müller.

Und selbst bei Olympia wird das Unternehmen vertreten sein: Drei Strandkörbe sind gerade ans Deutsche Haus in Peking geliefert worden.

UH

Wie ein Strandkorb-Hersteller auf Usedom der Globalisierung trotzt

Heringsdorf. Er gilt als so typisch deutsch wie der Gartenzwerg oder das Oktoberfest: der Strandkorb! Wenn der Sommer kommt, schießen an deutschen Stränden über Nacht die kultigen Bademöbel aus dem weißen Sand. Auf dass die steife Brise keine Chance habe.

Das Gros der Strandkörbe mag heute zwar aus Fernost stammen. Ein Hersteller aber verweigert sich konsequent den scheinbar unausweichlichen Zwängen der Globalisierung. Und produziert Strandkörbe nach alter Väter Sitte. In Handarbeit auf der OstseeInsel Usedom.

Körbe mit Kühlschrank und Flachbild-TV

Hier hat die Korb GmbH ihren Sitz, traditionsreichster Strandkorbhersteller der Welt.

„Rund 7.000 Körbe produzieren wir im Jahr“, sagt  Geschäftsführer Jan Müller, während er mit dem Handy am Ohr durch die Werkhalle spurtet. Der Stress hat seinen Grund: Strandkörbe sind ein Saisongeschäft. „Egal ob Kurverwaltung, Strandkorbvermieter oder privater Endkunde, alle wollen ihren Korb nun mal im Sommer nutzen und ordern meist entsprechend kurzfristig“, sagt Müller. Die  46 Mitarbeiter des mecklenburgischen Traditionsbetriebs ackern deshalb derzeit in zwei Schichten von 6 Uhr morgens bis Mitternacht.

Sonderwünsche bei der Strandkorb-Ausstattung seien dabei willkommen: Ein Korb mit Massage-Einrichtung? Kein Problem! Oder ein Modell mit Kühlschrank, einem Flachbildschirm, mit Leselampe? Aber immer doch!

Doch trotz aller Hightech-Spielereien: Die eigentliche Korbproduktion läuft auf Usedom noch immer so wie anno dazumal. Tischler bauen die Holzgestelle, die Korbmacher flechten die Außenhaut, Schneider und Polsterer zeichnen für den Komfort im „Innenbereich“ verantwortlich. Das alles kann dauern. „Bei einem Top-Modell verschlingt allein das Flechten des Korbs schon mal 60 Arbeitsstunden“, erklärt Müller.

An eine Produktionsverlagerung ins billige Ausland habe man bei Korb nie einen Gedanken verschwendet. Müller: „Wir wollen das alte Handwerk des Korbflechtens aufrechterhalten. Und Qualität liefern.“

Strandkörbe für Olympia

Bei einer Strandwanderung habe Müller kürzlich Korb-Körbe aus den 60er-Jahren erspäht. „Die waren immer noch im Einsatz, wie am ersten Tag.“ Bei dem „Billigzeug aus Asien“ dagegen fliegen einem doch nach zwei Jahren „die Geflechte um die Ohren“. Qualität „Made auf Usedom“ hat allerdings ihren Preis. Bis zu 6.000 Euro kostet, je nach Ausstattung, ein Luxuskorb.

Die Kunden in aller Welt  stört das nicht. Gut 10 Prozent der Produktion gehen mittlerweile ins Ausland. „Gerade war ein Importeur aus Dubai hier“, sagt Müller.

Und selbst bei Olympia wird das Unternehmen vertreten sein: Drei Strandkörbe sind gerade ans Deutsche Haus in Peking geliefert worden.

UH

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