Anlagenbau

Strom aus dem Meer


Gelenklager von Schaeffler machen ein schwimmendes Kraftwerk beweglich

Herzogenaurach. Gibt es „Nessie“ doch? Das Wellenkraftwerk „Pelamis 2“ erinnert an das  sagenumwobene See-Ungeheuer, das jedes Jahr Tausende von Touristen ins schottische Hochland lockt.

Heimat des schwimmenden Strom-Erzeugers sind jedenfalls tatsächlich – schottische Gewässer! Vor den Orkney-Inseln treibt die rot-gelbe stählerne Seeschlange (griechisch: Pelamis).

Sie ist ein Wellenenergie-Wandler, macht das Auf und Ab der Wogen zu Energie. Auch Technik aus Bayern steckt drin.

Strom für 500 Haushalte

Der Wälzlagerhersteller Schaeffler in Herzogenaurach ist Entwicklungspartner des britischen Meerestechnik-Unternehmens Pelamis Wave Power. Das schwimmende Kraftwerk (180 Meter lang, 750 Tonnen schwer) kann 500 Haushalte mit Strom versorgen. Es besteht aus fünf Röhren – die mit Gelenklagern von Schaeffler verbunden werden.

Der Vorteil: Diese Lager können schwenken und gleichzeitig den Kippbewegungen nachgeben. So folgt das Kraftwerk geschmeidig den Wellen. Im Innern sind die Lager mit einer selbstschmierenden Gleitschicht überzogen und daher wartungsfrei. Das Meer ist ständig in Bewegung: „Die Gelenke müssen acht Wellen pro Minute aushalten, bis zu vier Millionen Schwenkbewegungen im Jahr“, verdeutlicht Arndt Schweigert, Leiter der Branche Energie-Erzeugung der Schaeffler Gruppe Industrie, die Herausforderung.

Zuerst gleitet der Kopf der Schlange über die Welle, dann der vier Meter dicke Bauch und zum Schluss der Schwanz. Dieses Schaukeln bewegt Kolben in Hydraulik-Zylindern. Die so entstehende Drehbewegung wird auf einen Generator übertragen. Ein Unterwasserkabel leitet den Strom zum Festland.

Im Meer steckt viel Energie: Nach Berechnungen des Welt-Energierates könnten Gezeitenund Wellenkraftwerke künftig 15 Prozent des gesamten Strombedarfs decken.

Schweigert sieht ein enormes Potenzial: „Die Meeres-Energie könnte einmal einen ähnlichen Boom erleben wie Windkraft oder Solaranlagen.“

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