Faurecia produziert Sicherheit

Stoßfänger für tolle Autos


Faurecia baut in Bayern Stoßfänger für Autos in der ganzen Welt

Pappenheim. Semir Alic trägt blütenweiße Handschuhe. Vorsichtig streift er damit über einen schwarzen, glänzenden Stoßfänger. Über ihm sorgen gut 20 Neonröhren in unterschiedlichen Weißtönen für blendfreies Licht: Kein noch so kleiner Lackierfehler bleibt seinem konzentrierten Blick verborgen.

Alic ist Schichtführer in der Lackiererei des Automobil-Zulieferers Faurecia im bayerischen Pappenheim. Dort fertigt die 600 Köpfe zählende Belegschaft Autoteile für namhafte Hersteller wie Audi, BMW oder Daimler. Alic obliegt die Endkontrolle eines Stoßfängers für Porsche. Aufmerksam begutachtet er das Stück, bewegt es auf einem drehbaren Ständer hin und her.

Ein Stoßfänger ist bei modernen Autos viel mehr als nur ein Aufprallschutz: „In ihm sind zum Beispiel Parksensoren und Scheinwerfer verbaut“, erklärt Werkleiter Frank Hendrich. Da die Formen für den Spritzguss bewegliche Teile enthalten, erfordert der Bau viel Know-how.

Zunächst kommt ein Kunststoff-Granulat (Polypropylen) in große Spritzguss-Anlagen. Es schmilzt bei 160 Grad, eine Schnecke presst es in die Grundform.

Roboter helfen bei der Produktion

Nach ein paar Sekunden öffnet sich die Spritzgussform: Ein Roboterarm nimmt den Rohling heraus, und eine drehbare Zange zwickt die Angüsse ab. Weitere „Gratreste“ werden mithilfe einer Flamme entfernt. Nun ist Spritzguss-Mitarbeiter Friedrich Dörntlein an der Reihe. Er präpariert die Teile für die Lackiererei: „Damit kein Lack in Öffnungen für Befestigungen wie Schrauben gelangt, decken wir die Löcher mit kleinen Stöpseln ab“, erklärt er.

Flink setzt er eine Abdeckkappe ein, hinter der sich später der Abschlepphaken verbirgt – sie wird gleich mitlackiert. Und schon rattern die schwarzen Rohlinge auf dem Förderband zum Lackieren.

10.000 Autoteile an einem Tag

Dort fahren sie in einen Reinraum, in dem acht Roboterarme eine Art Ballett aufführen: Mit geschmeidigen Bewegungen fahren sie an den Stoßfängern entlang und sprühen exakt dosierten Lack selbst in kleinste Vertiefungen und Mulden. „Wir lackieren in zwei Schichten“, sagt Hendrich. Auf den Basislack, der dem Stoßfänger die Farbe gibt, kommt ein schützender Klarlack. In Trockenkammern härtet die Lackierung aus. „Wir können täglich rund 10.000 Teile fertigen“, so der Werkleiter.

Neben Stoßfängern produziert Faurecia auch weitere Verkleidungen, etwa für die Karosserie unterhalb der Tür (Schweller), tragende Fahrzeugsäulen, die das Fahrzeugdach mit dem Unterbau der Karosserie verbinden (B- und C-Säulen), Kühlerschutzgitter oder Radabdeckungen.

Diese Teile müssen alle höchste Qualitätsstandards erfüllen. Das wird ständig geprüft: Im hauseigenen Labor simulieren Pendelschläge einen leichten Aufprall und ein Dampfstrahltest eine Waschanlage. Nur so, ist sich der Hersteller sicher, könne man langfristig die Kundenanforderungen erfüllen.

Übrigens: Das erste Auto mit Kunststoff-Stoßfängern war ein VW Passat aus dem Jahr 1975. Auch die kamen aus Pappenheim. Heute stecken in jedem vierten Auto weltweit Teile von Faurecia.

Artikelfunktionen


Schlagwörter: Chemie Auto

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang