Weltmarktführer

Stille Reise-Begleiter


Geräuschlose Kühlgeräte aus Siegen fahren auch in Freizeitmobilen mit

Udo Lindenberg hat einen in seinen vier Wänden im Hamburger Luxushotel Atlantic. Der gibt acht auf dessen Liköre, die der Panik-Rocker natürlich nur zum Malen braucht. Auch unsere Schwägerin Elfriede hat einen in ihrem Wohnmobil, ebenfalls für ihre Likörchen, von denen sie sich aber öfters mal ein Gläschen genehmigt. Udo und Elfriede schätzen besonders die Verschwiegenheit dieser Geräte. Denn die sind stets still …

Ja, so eine Minibar oder ein Kühlschrank, der völlig geräuschlos läuft, ist schon was Feines – im Gegensatz zu den Geräten, die wir alle von zu Hause kennen und wegen des eingebauten Kompressors hin und wieder vor sich hinbrummen.

Weltmarktführer bei den coolen Teilen

Vor allen Dingen sind die „Stummen“ im Vorteil, wenn man mit ihnen die Nächte im gleichen Raum verbringt, im Hotelzimmer etwa oder in Wohnmobil und Caravan.

Die Geräte arbeiten nach dem Absorptionsverfahren: Sie funktionieren ohne bewegliche Mechanik und werden nur durch Wärme (aus Strom oder Gas) betrieben.

Dometic (bis 2001 Teil des Elektrolux-Konzerns) produziert die coolen Geräte in Siegen, in der weltweit größten Fabrik für solche Produkte. Pro Tag verlassen 1.000 Stück die Werkhallen in alle Welt. 550 Mitarbeiter hier und weitere 150 im benachbarten Wilnsdorf stellen bis auf die Elektronik fast alle Einzelteile selbst her.

Dometic ist ein Großunternehmen: Es beschäftigt in Deutschland insgesamt rund 1.200 Mitarbeiter an fünf Standorten, weltweit sind es etwa 5.800.

Die Firma ist Weltmarktführer im Caravan-Erstausstatter-Geschäft. Und von der heimischen Dometic-Fertigung kommt vieles für die Freunde des Wohnens auf Rädern: Neben den stillen Kühlschränken auch Türen, Fenster und Rollos – sogar komplette Küchen.

Geschäftsführer Dr. Michael Freitag formuliert es so: „Wir sind die Gaggenaus im Caravan-Bereich. Wir bauen die Küchen für den Gourmet on Tour.“

Abwechslung statt Fließband-Arbeit

Sein Geschäftsführerkollege Joachim Kinscher ergänzt: „Die innovativsten Wohnmobile kommen aus Deutschland. Made in Germany zieht. Kein Wunder also, dass die Hälfte unserer Produktion in den Export geht.“

Damit es im Caravan-Geschäft weiter so gut läuft, nutzt Dometic den Standortvorteil Deutschland, entwickelt gemeinsam mit den Caravan- und Wohnmobil-Herstellern vor Ort.

Die Zeit der Großserien allerdings ist vorbei. Freitag: „Wir müssen flexibler und effektiver werden.“ Auch bei der Arbeit: Neben dem klassischen Fließband gibt es die ersten sogenannten One-Piece-Flow“-Arbeitsplätze. An diesen produziert ein Mitarbeiter selbstständig das gesamte Gerät aus 460 Teilen.

Montagearbeiter Sergej Hibert betont, dass dies mehr Abwechslung bringe. Und seine Kollegin Heike Yaman ergänzt: „Ich bin selbstständiger, bestimme das Tempo. Und am Ende ist da das Gefühl, was Eigenes geschaffen zu haben.“

Wieder verlässt eine Ladung neuer Kühlschränke die Fab-rik. Damit nicht nur Udo und Elfriede ruhig schlafen können ...

Kühlen ohne Kompressor

Ein Kühlschrank, der nach dem Absorptionsprinzip arbeitet, kommt ohne brummenden Kompressor aus. Der Kälte-Kreislauf wird durch Wärmezufuhr (Strom aus Steckdose, Zigarettenanzünder oder Gasflamme) in Gang gesetzt. Dabei steigt im Kühlsystem das Ammoniak-Wasser-Gemisch auf. Das Ammoniak verdampft, kann dadurch Wärme aufnehmen und sie über ein Röhrchensystem dem Kühlschrankinneren entziehen.

Vorteile: So ein Gerät kann mobil betrieben werden, hat keine mechanischen Verschleißteile und vibriert nicht.

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang