Perspektiven

Steiler Start in den Job


Was der Jugend hilft: Lehre plus Studium

Radevormwald/Remscheid. Raten Sie mal: Welche moderne Idee kommt so toll an, dass sich der Ansturm der Jugend binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt hat? Nein, es geht hier nicht um irgendwelchen Online-Schnickschnack. Sondern um eine ganz besondere Ausbildung: das „duale Studium“.

Krise hin oder her – in NRW bieten sich auch 2010 tolle Einstiegsmöglichkeiten ins Berufsleben. Davon kann zum Beispiel Isabell Benkert berichten. Die 19-Jährige aus Radevormwald lernt jetzt Werkzeugmechanikerin – und studiert zugleich Maschinenbau. Nach nur vier Jahren soll sie beide Abschlüsse in der Tasche haben. „Wir Dualen müssen die gleichen Inhalte schneller lernen“, erklärt die Einser-Abiturientin, „wir sind also ständig auf Achse.“ Dafür geht so manches Wochenende drauf.

Was haben die jungen Leute davon, dass sie aufs lockere Studentenleben pfeifen? Es gibt sofort gutes Geld – und später einen festen Job. Denn die Betriebe bezahlen ihre „Dualen“ während der gesamten Ausbildung. „Und wir wollen diese hochqualifizierten Leute eng an uns binden“, sagt Andree Schneider. Er ist Personalleiter in Benkerts Ausbildungsbetrieb, dem Automobil-Zulieferer GKN Sinter Metals GmbH Radevormwald. Allein hier beschäftigt der GKN-Konzern 400 Mitarbeiter.

Die junge Frau selbst hofft auf einen weiteren Vorteil: Die Akzeptanz im Betrieb – „die wird wohl höher sein, als wenn ich ,nur’ studiert hätte“.

Die Vorteile für Arbeitgeber und Berufseinsteiger bringt Michael Hagemann auf den Punkt: „Keine Einarbeitungszeit im Unternehmen, finanzielle Vorteile für die Studierenden, das macht die Sache für beide Seiten attraktiv.“ Hagemann ist Chef des Berufsbildungszentrums der Remscheider Metall- und Elektro-Industrie. Dort absolviert Isabell Benkert Teile der praktischen Ausbildung.

Das Modell boomt: Hagemann nimmt nun auch Mechatronik ins duale Programm auf. Und die Firma GKN Sinter Metals setzt im Sommer erstmals auch einen kaufmännischen Azubi auf die duale Schiene.

Landesweit gibt es inzwischen mehr als 120 Kombi-Studiengänge, so das Wissenschaftsministerium. „Und es werden von Semester zu Semester mehr.“

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Schlagwörter: Ausbildung

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