Start-Stop-Batterien schaffen 280 neue Jobs


Johnson Controls investiert 200 Millionen Euro in Hannover

Hannover. Experten glauben, dass schon in vier Jahren sieben von zehn aller in Europa hergestellten Autos an der roten Ampel oder im Stau automatisch den Motor abschalten. Die Start-Stop-Technik senkt den Spritverbrauch je nach Nutzungsprofil um 3 bis 12 Prozent. Sie beschert schon heute Herstellern und Zulie-ferern volle Auftragsbücher. Etwa Johnson Controls.

Es werden noch Leute gesucht

Der Batterie-Hersteller will schon in zwei Jahren in seinen beiden deutschen Werken in Hannover und in Zwickau elf Millionen der für diese Technologie erforderlichen Energiespeicher herstellen. Das wären allein in Hannover achtmal so viel wie derzeit. Zu diesem Zweck rüstet Johnson Controls das Werk in der niedersächsischen Hauptstadt kräftig auf. „Wir investieren 200 Millionen Euro“, sagt Europa-Chef Eric Mitchell. Ein Großteil geht in die Produktion dieser neuen Start-Stop-Batterien.

Die Speicher für energiesparende Autos, die sich an der roten Ampel komplett ausschalten und sofort wieder anspringen, wenn man die Kupplung tritt oder den Fuß von der Bremse nimmt, hat bei dem Batteriehersteller in den vergangenen neun Monaten für 200 neue Arbeitsplätze gesorgt. 80 weitere Stellen sind noch unbesetzt.

Gesucht werden vor allem qualifizierte Mitarbeiter für die Entwicklung – Ingenieure, Techniker und Konstrukteure. Und für das übernächste Jahr sind schon wieder zusätzliche Stellen in Sicht.

Viele sagen in Hannover Varta, wenn sie Johnson Controls meinen. Als der US-AutoZulieferer Johnson Controls vor knapp zehn Jahren die Autobatterie-Produktion von Varta übernahm, war die Angst vor dem Untergang der hannoverschen Traditionsproduktion groß. Die Befürchtungen blieben unbegründet – aus den seinerzeit rund 1.000 Mitarbeitern der Sparte sind 1.300 geworden.

Noch viel Platz für Wachstum

Johnson Controls ist unter anderem der international führende Hersteller von Autobatterien. Der Auto-Zulieferer (weltweit 142.000 Mitarbeiter an 1.300 Standorten in 125 Ländern) ist außerdem in Gebäudetechnik und Industriedienstleistungen tätig und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von  34 Milliarden Dollar (rund 26 Milliarden Euro).

350.000 Quadratmeter ist das Firmengelände in Hannover groß. Es bietet noch Platz für weiteres Wachstum: Nur  60.000 Quadratmeter sind mit Produktionshallen belegt.

Hier entstehen nicht nur die auf Blei-Basis produzierten Start-Stop-Batterien, sondern auch Lithium-Pakete für reine Elektrofahrzeuge etwa von Ford oder Mercedes. Entwicklung, Tests und Fertigung dieser Kraftspeicher erfolgt ausschließlich am Standort Hannover.


Info: So funktioniert die Start-Stop-Automatik

Die Batterie (1) ist das Herzstück des Start-Stop-Systems. Sie muss besonders robust sein, um den zuverlässigen Neustart des Motors zu gewährleisten. Parallel dazu garantiert ein optimierter Anlasser (2) die erhöhte Anzahl an Motorstarts. Der Räder-Sensor (3) misst die Geschwindigkeit – auf diese Weise erhält das „Energy Management System“ (4) die Information, wann es an der roten Ampel den Motor ausschalten soll.
Schaubild: Werk

 

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