Vom Kuhstall zum Rennstall

Stangl & Co. fertigt Präzisionsteile für Prototypen, Kleinserien – und den Motorsport

Roding. Firmengründung im eigenen Kuhstall – so etwas gibt’s wohl nur im Bayerischen Wald! „Eigentlich“, erzählt Johann Stangl und grinst dabei, „gründet man seine Firma ja auch in der Garage.“ Vor 26 Jahren war es aber anders: „Im Oktober kamen die Tiere raus, im Januar die Maschinen rein“, berichtet der Unternehmer. Dann legten er, sein Partner Stefan Kulzer und eine Handvoll Mitarbeiter los.

Heute hat Stangl & Co. Präzisionstechnik in Roding, knapp eine Autostunde nordöstlich von Regensburg, 230 Beschäftigte und ist zentraler Baustein der Firmengruppe Stangl & Kulzer mit insgesamt mehr als 330 Mitarbeitern. Das Unternehmen produziert in erster Linie Präzisionsteile aus Metall für Prototypen und Kleinserien.

Die Kunden kommen vor allem aus dem Automobil-Sektor. Aber auch Luft- und Raumfahrt-Industrie, Elektrotechnik-Branche und Medizintechnik-Anbieter bestellen im Bayerischen Wald. 2018 soll ein Roboter zum Mars fliegen, in dem Stangl-Teile stecken. Zudem vertrauen Motorsport-Rennställe der Firma. „Es gibt keinen Formel-1-Motor, in dem nicht etwas von uns drin ist“, sagt der Unternehmer.

Exklusiver Karbon-Flitzer aus dem Bayerischen Wald für knapp 200.000 Euro

Geht es um Prototypen, vergehen zwischen Auftrag und Lieferung manchmal nur einige Tage. „In der Entwicklung muss es immer schnell gehen“, erklärt Stangl. „Wenn ein Produkt früher auf den Markt kommt, spart das den Firmen richtig Geld.“

Auf Präzision kommt es trotzdem immer an. Oft ist ein tausendstel Millimeter entscheidend. Wenn es sein muss, werden Bauteile auch mal im Computertomografen vermessen.

Moderne Technik ist im Prototypen-Geschäft elementar. „Den entscheidenden Zug dürfen wir nie verpassen“, warnt Stangl. Auch deshalb arbeitet die Firmengruppe seit 2007 mit Karbon. „Für die E-Mobilität ist das schließlich der entscheidende Werkstoff.“

Mit dem „Roding Roadster“ verkauft die Firmentochter Roding Automobile seit zwei Jahren zudem einen exklusiven Karbon-Sportwagen für knapp 200.000 Euro. Gebaut wurden bislang zwölf Flitzer. Für Stangl & Co. ist der Roadster trotzdem ein großer Coup: „Das Auto ist unser Leuchtturmprojekt, mit dem wir zeigen, was wir können.“


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