Immer klare Sicht

Standheizungen von Webasto halten Autofenster frei von Schnee und Eis

Stockdorf. In der russischen Sprache gibt es kein eigenes Wort für Standheizung. Einfach „Webasto“ heißt in dem riesigen Land mit oft eiskalten und langen Wintern das Zubehör, das schon vor dem Losfahren für Wärme im Auto sorgt und Schnee und Eis von den Scheiben taut.

Dass das Produkt nach dem Hersteller benannt ist, kommt nicht von ungefähr. Denn Webasto in Stockdorf bei München ist Weltmarktführer für Standheizungen – ebenso wie für Panorama- und Schiebedächer, dem größten Geschäftsfeld, sowie für Cabrioverdecke. In allen drei Sparten übertrifft der Marktanteil 50 Prozent.

„Unser Hauptgeschäft für die Standheizungen ist von Oktober bis März“, berichtet der Vorstandsvorsitzende Holger Engelmann. „Deshalb freut es uns, wenn es in Europa im Herbst und Winter richtig kalt wird.“ Dann rüsten mehr Autofahrer ihr Fahrzeug nach. Heuer war der Herbst sehr mild, die Nachfrage deshalb zunächst ziemlich mau.

In China wächst der Markt, aber für Cabrios ist die Luft zu schlecht

Alles in allem läuft es für das Unternehmen jedoch rund. „Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt“, sagt Engelmann. Ein wesentlicher Grund dafür: Webasto ist stark im Ausland präsent. Deutschland macht nur noch knapp ein Viertel des Umsatzes aus. Das übrige Europa ebenso viel, die USA fast ein Fünftel und Asien ein Drittel. „Da wir auf vielen Märkten sind, können wir Schwächen in einzelnen Ländern ganz gut ausgleichen“, erklärt der Vorstandschef.

Wachstum bringt an erster Stelle der Markt in China. „Dort machen wir mittlerweile von unserem ganzen Geschäft mit Panorama- und Schiebedächern 40 Prozent“, erläutert Engelmann. In fünf Jahren soll es sogar mehr als die Hälfte sein.

2014 hat der Konzern schon seine zehnte chinesische Produktionsstätte eröffnet – von insgesamt 30 in der Welt. Beliefert werden fast alle Autohersteller, die ebenfalls in China fertigen: von BMW über Ford bis VW. „Damit sich die Investitionen lohnen, muss man unterschiedliche Kunden aus einem Werk bedienen können“, betont Engelmann. „Wir können das.“

Schleppend läuft das Geschäft in China allerdings mit Cabrio-Dächern. Das liegt nicht nur an der Vorliebe dort für Limousinen, sondern auch an der oft stark verschmutzten Luft. Engelmann erwartet: „Wenn die Chinesen ihre Umweltprobleme in den Griff bekommen, wird der Cabrio-Markt dort in Fahrt kommen


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