Mitarbeiter

Spürbar gesünder


Wie ein Betrieb die ganze Belegschaft fit macht

Salzgitter. Dirk Petry ist heute eine Stunde früher im Betrieb: Der Schichtleiter Endmontage bei Voith Turbo Scharfenberg in Salzgitter macht vor Beginn der Spätschicht noch ein paar Übungen – im firmeneigenen Fitness-Studio. An der Kraftmaschine zum Beispiel oder auf dem Stepper.

„Ich mache das regelmäßig, zwei-, dreimal die Woche“, erklärt der 41-Jährige. Nach der Frühschicht oder vor der Spätschicht: „Einfach, um fit zu bleiben.“ Und auch als Ausgleich zur Arbeit.

Petrys mittelständischer Arbeitgeber, der zum Voith-Konzern gehört, entwickelt und produziert mit rund 500 Mitarbeitern Kupplungen und andere Komponenten für Schienenfahrzeuge – bis hin zu kompletten Frontsystemen für Hochgeschwindigkeitszüge. Keine Massenware: Jeder Zug-Typ verlangt eine eigene Konstruktion. Die Kupplungen aus Niedersachsen sind weltweit gefragt.

Im hauseigenen Fitness-Studio war Petry einer der ersten Nutzer, nachdem es vor vier Jahren gemeinsam mit einem Gymnastik-Raum eingerichtet wurde. Sein Einsatz machte bald Kollegen neugierig: Mittlerweile sind es allein aus seiner Schicht zwölf Leute, die sich hier regelmäßig trimmen oder an der Rückenschule teilnehmen.

Kostenlos und passgenau

„Der erste Schritt ist immer der schwerste“, weiß Petry. Merke man erstmal, dass Bewegung tatsächlich was fürs Wohlbefinden bringt, dann mache sie auch Spaß. Und im Kreise der Kollegen sowieso.

Zumal die Fitness-Angebote für die Mitarbeiter kostenlos sind und unter professioneller Anleitung stattfinden: Sport- und Physiotherapeuten erstellen für jeden Nutzer einen persönlichen Übungsplan. Das gilt auch für Kollegen, die zum Beispiel nach überstandener Krankheit eine Reha- oder Präventionsmaßnahme der Krankenkasse oder der Rentenversicherung absolvieren.

„Gesunde und motivierte Mitarbeiter sind wichtig in einem Betrieb wie unserem, der vom Können seiner Fachleute lebt“, sagt Personalchef Peter Sacher. „Wir versuchen also, positiv auf das Gesundheitsbewusstsein unserer Mitarbeiter einzuwirken und ein Stück Eigenverantwortung dafür zu aktivieren.“

Der hauseigene Fitness-Bereich ist denn auch nur ein Baustein im Gesundheitsmanagement der Firma. Schon seit Jahren werden zusammen mit der Betriebskrankenkasse auf den Mittelständler zugeschnittene Konzepte erarbeitet und umgesetzt.

Jeder darf, keiner muss die Angebote nutzen. Neben dem Fitness- und dem Gymnastikraum gibt es zum Beispiel einen Raucher-Entwöhnungskurs und Ernährungsseminare. Und neuerdings Kurse in der Mittagspause, in denen Entspannungstechniken erlernt werden können.

Der Einsatz der Firma und der Mitarbeiter zahlt sich für beide aus: In den letzten drei Jahren ist die durchschnittliche Zahl der Krankheitstage pro Kopf und Jahr um gut ein Fünftel gesunken.

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