Ausbildung

Sprungbrett in die Welt der Luftfahrt


Airbus Bremen stellt jedes Jahr 55 junge lernwillige Menschen ein

Bremen. Sorgfältig schichtet Vanessa Brunkhorst (22) Fasern in zwei Kunststoffhalbschalen, tränkt die Stränge mit Harz und verbindet die Hälften miteinander. Fertig ist das Modellflugzeug.

Bei der angehenden Fluggerätmechanikerin bei Airbus in Bremen sieht das Zusammenbauen der Einzelteile spielend leicht aus. Am echten Objekt ist es jedoch ein hochkompliziertes Unterfangen.

Mit Eigeninitiative zum Erfolg

„Flugzeuge müssen höchste Ansprüche an Sicherheit und Qualität erfüllen“, erklärt Stefan Oeltjenbruns, gewerblichtechnischer Ausbilder in Bremen. Genau deshalb ist die Hightech-Branche Luftfahrt so faszinierend. „Bei Airbus geht es um mehr, als Produkte in Nuancen zu verändern“, sagt Dualstudentin Rebecca Mattfeldt (26). „Wir bringen technologischen Fortschritt auf den Weg.“

Da muss schon die Ausbildung stimmen. „Bei Airbus erhält man Einblick in alle Fachbereiche“, schwärmt Brunkhorst. BWL-Studentin Mattfeldt ergänzt: „Mich hat vor allem die Verbindung von Technik und Wirtschaft gereizt. Außerdem kann man hier durch Eigeninitiative seinen Er­folg selbst in die Hand nehmen.“

Mit dieser Freiheit ist auch Verantwortung verbunden. „Wir haben täglich mit hohen Werten zu tun“, sagt Mechatronik-Azubi Marcus Brauer (19). Eine Landeklappe ist etwa so viel wert wie ein Einfamilienhaus, größere Nieten können 20 Euro kosten. Deshalb lernen die Auszubildenden frühzeitig in Grundlehrgängen, mit Material und Werkzeug sorgfältig umzugehen. „An Teilen des Rumpfes testen wir, was passiert, wenn zu groß gebohrt oder falsch genietet wird“, erklärt die angehende Fluggerätmechanikerin Brunkhorst.

Arbeit wird in Teams erledigt

Neben der Lehrwerkstatt gibt es im neuen Ausbildungszentrum auch Fachlabors, etwa für Steuerungstechnik oder CNC-Zerspanung. 

Bei der Einstellung legt Airbus großen Wert auf Schlüsselqualifikationen wie Team- und Kommunikationsfähigkeit oder Eigeninitiative. „Wir wollen keine Führungskräfte, sondern Facharbeiter, die ihre Arbeit in Teams erledigen können“, sagt Oeltjenbruns.

Um die Kompetenz am Standort zu stärken, hat sich der Schwerpunkt der Ausbildung in den letzten Jahren verändert. „Seit drei Jahren bilden wir selbst Elektroniker aus und haben die Zahl der Dual-Studenten erhöht“, erklärt der Ausbilder. Durch die Verbindung von Theorie und Praxis im dualen Studium werden die Studenten sehr effektiv auf den Berufseinstieg vorbereitet.

Airbus macht seine Zöglinge jedoch nicht nur fachlich, sondern auch persönlich fit. „Wir fördern das Miteinander, also die Teamfähigkeit und bieten viele Möglichkeiten, eigene Talente weiterzuentwickeln“, so Oeltjenbruns.

Zu Hause Thema Nummer eins

Ein „Weiterlernen“ nach dem Abschluss, in Fernstudium oder Teilzeit, unterstützt der Konzern ebenfalls.

Dass sich die Auszubildenden stark mit dem Unternehmen identifizieren und gern dort tätig sind, freut Oeltjenbruns besonders. „Von den Eltern hören wir immer wieder, dass Airbus zu Hause das Gesprächsthema Nummer eins ist.“

Airbus-Ausbildung in Bremen: 25 Prozent Frauen

Seit 1958 hat Airbus mehr als 2300 Jugendliche ausgebildet. Ab August lernen im Bremer Werk 207 junge Menschen in vier technischgewerblichen Ausbildungsberufen und drei dualen Studiengängen, 25 Prozent davon sind Frauen. Airbus ist zweitgrößter privater Ausbilder der Hansestadt.

Ausbildungsberufe

  • Fluggerätmechaniker Fertigungstechnik
  • Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik
  • Mechatroniker
  • Elektroniker für luftfahrttechnische Systeme

Duale Studiengänge

  • Bachelor of Engineering Mechanical Production and Engineering
  • Bachelor of Engineering Verbundwerkstoffe/Composites
  • Bachelor of Science (BA) Wirtschaftsingenieurwesen

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Schlagwörter: Ausbildung

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