Messtechnik im Grenzbereich

Spitzenleistungen für Extremsituationen


HBM liefert verlässliche Daten

Darmstadt. Windstärke sieben: Die Gischt peitscht der Besatzung wie Ohrfeigen ins Gesicht, wenn der Trimaran „l’Hydroptere“ mit mehr als  100 Kilometern pro Stunde übers Meer fliegt.

Enorme Kräfte zerren am schnellsten Segelschiff der Welt. Menschen und Material müssen Höchstleistungen bringen. „Wir sind weltweit immer auf der Suche nach den Grenzen des technisch Machbaren“, sagt Damien Colegrave, Ingenieur im Team der l’Hydroptere, über die Extrem-Segeltouren.

Über eine Million Werte pro Sekunde

Mit dabei: Die Firma Hottinger Baldwin Messtechnik (HBM) in Darmstadt. Von ihr stammt die Messtechnik für das Boot mit den drei Rümpfen. Winzige Sensoren erfassen die Auswirkungen des starken Windes auf den Mast des Trimarans und dokumentieren die Werte in einem Datenrekorder.

„Wer technologische Spitzenleistungen erreichen will, benötigt präzise Messergebnisse, und die bekommt er durch den Einsatz unserer Technik “, betont Harald Numrich, Chef der Elektronik-Fertigung bei HBM.

Das Unternehmen gehört zur britischen Holding Spec­tris und beschäftigt 1.700 Mitarbeiter weltweit, davon 700 in Darmstadt. Die Exportquote liegt bei 70 Prozent. HBM ist der Markt- und Technologieführer der Branche. „Wir sind immer dabei, wenn verlässliche Daten zur Belastbarkeit eines Produkts gebraucht werden – ob es um einen Motor geht, um Offshore-Windparks oder die Merkur-Mission“, betont Numrich.

Mehr als eine Million Werte pro Sekunde kann das Datenerfassungssystem, das Herzstück der Messkette, aufnehmen. „Kommt es etwa im Versuchslabor zu Überbelastungen der Tragfläche eines Flugzeugs, erfasst das System im entscheidenden Augenblick eine Flut von Messwerten, die zeigen, was dazu geführt hat“, so Numrich.

Bei vielen Anwendungen geht es um Sicherheit, oft aber auch um die Jagd nach der Null-Fehler-Quote in der Produktion. Und die spielt bei HBM auch intern eine große Rolle.

Das komplette Unternehmen arbeitet nach modernsten Produktionsmethoden. Wichtig ist Personalchef Jürgen Mönnig eine hohe Flexibilität, auch bei den Beschäftigten, deren Zahl seit Jahren stetig ansteigt.

„Mitdenken und hellwach sein“

So gibt es unter anderem ein Projekt zur abteilungsübergreifenden Qualifizierung, damit besonders gute Mitarbeiter in mehreren Abteilungen eingesetzt werden können. Irina ­Bukalow arbeitet seit 14 Jahren in der Fertigung: „Ich lerne gern, und zudem sichert mir die bessere Qualifizierung meinen Job.“

Jürgen Mönnig stimmt zu: „Wir brauchen in allen Abteilungen immer mehr Menschen, die Neuem aufgeschlossen gegenüberstehen, mitdenken und hellwach sind, denn nur so können wir Markt- und Technologieführer bleiben.“

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