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Spitze bei Schraubzwingen


Bessey hat sich von einer Blankstahl-Zieherei zum Spezialisten für Werkzeuge entwickelt

 

 

Bietigheim-Bissingen. Schreiner brauchen sie, Zimmermänner, Maurer, Metallbauer, Monteure, Schlosser und Schweißer. Wenn es etwas zu spannen gibt, greifen sie zur Zwinge. Die Firma Bessey Tool stellt im schwäbischen Bietigheim-Bissingen jeden Tag 10.000 davon her – in zig Varianten von 70 Kilogramm bis 4 Tonnen Spannkraft und Spannweiten von 10 Zentimetern bis zu 3 Metern.

 

 

 

Verkaufsschlager seit 1952

 

 

 

So eine Zwinge muss einiges aushalten können: „Schon beim Stahl, den wir selbst im Kaltziehverfahren zu Rund- und Profilstahl verarbeiten, stellen wir allerhöchste Ansprüche an Qualität und Genauigkeit“, sagt Klaus Fuchs, der geschäftsführende Gesellschafter.

 

 

 

Dabei kann Bessey auf eine langjährige Erfahrung bauen. Das Unternehmen wurde im Jahr 1889 als Blankstahl-Zieherei gegründet. Der Hersteller versorgt heute vor allem die Automobil-Industrie und Maschinenbau-Betriebe mit hochwertigen Blank- und Edelstählen, stellt aber auch das Schienen- und Spindelmaterial für die eigene Werkzeugproduktion her.

 

 

 

In den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist aus der Stahlverarbeitung heraus der Bau von Spannwerkzeugen entstanden. Gleich zu Beginn entwickelte Bessey mit der Tempergusszwinge – das ist eine besondere Art des Eisengusses – ein Erfolgsmodell. Ein Schlager ist bis heute auch die 1952 entwickelte Ganzstahl-Schraubzwinge. Heute ist Bessey dank solcher Innovationen Weltmarktführer.

 

 

 

Bügel aus Magnesiumoxid

 

 

 

1979 ergänzten die findigen Schwaben ihr Angebot um hochwertige Blechscheren. In beiden Geschäftsbereichen, Werkzeuge und Präzisionsstahl, setzte die Gruppe im letzten Jahr 80 Millionen Euro um. Von den Werkzeugen gehen 85 Prozent in den Export. Weltweit arbeiten 300 Mitarbeiter für Bessey, davon 275 in Bietigheim-Bissingen.

 

 

 

 

 

 

 

Der Qualitätsgedanke zeigt sich an allen Stationen in der Produktion. So wird beispielsweise das Gewinde der Zwingen-Spindel nicht geschnitten, sondern gerollt. „Damit bleibt das Gefüge erhalten, und die Festigkeit wird erhöht, weil das Material verdrängt und nicht abgetragen wird“, erklärt Carsten Spang, der Geschäftsbereichsleiter Werkzeuge.

 

 

 

Neuerungen werden entwickelt, um den Anwendern die Arbeit zu erleichtern. Dazu nutzt Bessey neue Formen und Materialien, die das Gewicht reduzieren, ohne die Spannkraft zu verringern, zum Beispiel Bügel aus Magnesiumoxid.

 

 

 

Geschäftsführer Fuchs, der dieses Jahr mit bis zu 15 Prozent mehr Umsatz rechnet, bringt es so auf den Punkt: „Was wir tun, bleibt eine spannende Geschichte.“

 

 

 


 

 

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