Entwicklung

Spezieller Schutz macht Holz länger haltbar


Rezepte der Firma Wolman in Sinzheim

Sinzheim. Holz ist einer unserer ältesten Baustoffe. Und ungebrochen beliebt: Viele Bauherren setzen bei Terrasse, Pergola oder einer Lärmschutzwand auf das Naturmaterial.

Doch das organische Produkt ist draußen nur begrenzt haltbar: Natürliche Feinde wie Pilze und Insekten sowie Witterung und Feuchtigkeit beschleunigen den Zerfall. Das muss nicht sein: „Wir wollen den Wert und die Funktionsfähigkeit der Holzbauteile möglichst lange erhalten“, erklärt Ralf Schulz, Geschäftsführer des Holzschutzmittel-Produzenten Dr. Wolman in Sinzheim.

Schon seit 100 Jahren tüftelt die Tochter des Chemiekonzerns BASF daran, Holz immer haltbarer zu machen. Dazu entwickeln Wissenschaftler in den hauseigenen Labors spezielle Verfahren und chemische Holzschutzmittel. Die bestehen meist aus Kupfer- und Borverbindungen und müssen tief ins Holz eindringen. Dabei helfen Vakuum und Druck („Kesseldruck-Imprägnierung“).

Das Mittel füllt die Zell-Hohlräume

Das funktioniert so: Die Holz-Struktur ähnelt im Grunde einem Schwamm mit Zell-Hohlräumen und Zell-Wänden. Diese Wände soll das Mittel vor dem Zerfall schützen. Dazu entfernt man die Luft aus den Hohlräumen mit Hilfe eines Vakuums.

Anschließend bringt man das Mittel mit hohem Druck ein. Die Flüssigkeit strömt jetzt in die luftleeren Zwischenräume, die im Vakuum entstanden sind.

Das Mittel reagiert mit dem Holz und ist fixiert. Selbst Regen, Schnee oder Bodenfeuchtigkeit können es nun nicht mehr auswaschen. Ein weiterer Pluspunkt: Die Imprägnierung hilft nicht nur gegen holzzerstörende Pilze und Insekten. Sie schützt das Holz auch im Erdreich gegen die gefürchtete Moderfäule.

Und Schulz weist auf einen zusätzlichen Aspekt hin: „Holzschutzmittel sind heute ebenso wirksam wie umweltverträglich.“


 

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