Schifffahrt

Sparsam, spezialisiert, erfolgreich


Zweites Containerschiff der Serie SSW Super 1.000 wird getauft

Bremerhaven. Riesig ragt der rote Wulstbug in den grauen Bremerhavener Himmel. Jetzt noch die letzten Keile weggehauen und das 150 Meter lange Containerschiff rutscht vom Helgen der SSW Schichau Seebeck Shipyard ins Wasser.  

So war’s Ende Februar beim Stapellauf der „Grete Sibum“. Sie ist das zweite Exemplar einer neuen Serie von Containerschiffen für den emsländischen Reeder Bernd Sibum, die in der Seestadt gebaut wird. Jetzt werden noch letzte Ausrüstungsarbeiten vorgenommen. Am 31. März tauft Reedersgattin Anne Sibum den Frachter.

Regionale Verteilung

Gut 1.000 Standardcontainer können die Schiffe jeweils tragen, daher der Typ-Name SSW Super 1.000. Die Bremerhavener Werft ist auf diese Klasse spezialisiert. SSW-Chef Karl-Heinz Jahncke: „Wir haben den Schiffstyp gezielt mit Blick auf die steigenden Energiepreise und das rasant wachsende Containeraufkommen im Feederverkehr entwickelt.“

Unter Feederverkehr versteht man den regionalen Verteilerverkehr zwischen den großen Seehäfen. Die großen Containerschiffe, die die Kontinente verbinden, fahren in der Regel nur wenige große Seehäfen an. Die Verteilung in die regionalen Zentren übernehmen dann Schiffe mit kleineren Ausmaßen – Feeder eben.

Ein Stück vom Kuchen

Experten beziffern den weltweiten Bedarf an derartigen Schiffen für die kommenden Jahre auf rund 1.500 Stück. Von diesem Kuchen will sich SSW ein Stück abschneiden. Das wäre auch gut für die derzeit 380 Arbeitsplätze.

Am neuen Schiff hat man lange gearbeitet. Der Entwurf für die Serie entstand in enger Kooperation mit dem Reeder  Sibum sowie einem holländischen Konstruktionsbüro. Dabei kam ein Schiffstyp heraus, der bei vergleichbaren Abmessungen bisheriger Feederschiffe deutlich mehr Container trägt und zudem sehr sparsam ist.

Die Planung geht offenbar auf. Zurzeit werden weltweit 38 Schiffe der Serie gebaut. Reeder Sibum jedenfalls ist mit den Erfahrungen, die er mit dem ersten Schiff gesammelt hat, zufrieden: „Die Schiffe fahren absolut ökonomisch.“

Sie können bei etwa gleichem Verbrauch 20 Prozent mehr Container transportieren als herkömmliche Schiffe.

Lothar Steckel

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