Riesige Anlagen für die Welt

Spanplatten-Pressen von Dieffenbacher: Deshalb sind sie international gefragt

Eppingen. Vor über 140 Jahren fing alles an: 1873 hat der Hufschmied Jacob Dieffenbacher mitten in Eppingen eine Schlosserei gegründet. Er konnte nicht ahnen, dass daraus ein weltweit agierendes Unternehmen werden würde, das knapp 1.800 Beschäftigten ein Auskommen sichert. Und angesichts der etwa 2,50 Meter hohen Obstpresse von damals hatte er bestimmt keinerlei Vorstellung davon, welche Ausmaße Dieffenbacher-Anlagen wohl im Jahr 2015 haben würden.

Es sind oft ganze Fabriken, die der Eppinger Mittelständler herstellt. Verschiedene Holzwerkstoffplatten werden mithilfe dieser riesigen Anlagen produziert. „Zu unseren Kunden gehören Möbelhersteller, die Bau-Industrie oder auch das Holz verarbeitende Gewerbe“, erklärt Marketingchef Roger Kautz. Eine Dieffenbacher-Anlage besteht aus mehreren Maschinen und kann mehrere Fußballfelder groß sein.

In diesen Anlagen wird zunächst das Holz zu Spänen zerkleinert. Ein weiterer Teil der Anlage trocknet die Holzspäne, die danach mit einem hauchfeinen Leimfilm überzogen werden. Mit dem Klebstoff versehen wandert das Gemisch auf ein Förderband. Unter großem Druck und bei einer Temperatur von etwa 200 Grad Celsius werden daraus verschiedene Spanplatten gepresst. Nach dem Abkühlen werden sie zurechtgeschnitten.

Auf Wunsch wird auch noch ein kleines Kraftwerk mitgeliefert

Weil so eine Anlage sehr viel Energie verbraucht, kann Dieffenbacher auf Wunsch auch gleich ein kleines Kraftwerk mitliefern. Das wird entweder mit Abfällen aus der Produktion befeuert oder mit anderen, je nach Anlagen-Standort, manchmal günstigeren Energieträgern wie Gas.

Außerdem entwickelt das Unternehmen ständig neue Verfahren, um den Einsatz von Material zu senken. Dieffenbacher hat weltweit 17 Standorte. Die Fertigung der Anlagen findet überwiegend in Eppingen (800 Mitarbeiter) und in Schanghai (600 Mitarbeiter) statt. Auch in Ötigheim bei Rastatt, im tschechischen Brünn und in Windsor, Kanada, stehen Fertigungswerke. 469 Millionen Euro Umsatz hat das Unternehmen im letzten Jahr erwirtschaftet, 1990 waren es gerade mal 36 Millionen.

„Ende der 1990er hat sich Dieffenbacher neu aufgestellt“, erklärt Kautz. „Wir haben andere Unternehmen hinzugekauft und uns vom Pressenbauer hin zum Anlagenbauer entwickelt. Damit begann das Wachstum.“

Trotz seiner Größe ist Dieffenbacher noch immer ein Familienunternehmen, mittlerweile von der vierten Generation geführt. „Und die fünfte steht schon in den Startlöchern“, sagt Kautz.

Den Hufschmied Jacob Dieffenbacher würde es freuen.


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