Hingucker

Spagat zwischen Sport, Erotik und Reifen


Der Pirelli-Kalender ist heiß begehrt

Breuberg/Odenwald. Das Auto ist des Deutschen liebstes Kind. Es wird geputzt, gepflegt, gehegt, pünktlich zur Inspektion gebracht. Umso seltsamer ist es, dass der Reifen meist gar keine Beachtung findet. ABS, ESP oder ASR – solche innovativen Sicherheitsassistenten kennen inzwischen viele, doch die Reifengröße oder Marke kaum jemand.

Warum? Weil Reifen für die Laien immer schwarz und rund sind – ganz gleich, welche Technologien in ihnen stecken. Wem ist schon bewusst, dass über die Reifen stets nur eine postkartengroße Fläche zur Verfügung steht, um die Befehle des Fahrzeugs ohne Verzögerung auf die Straße zu übertragen?

Stars vor und hinter der Linse

Der Reifenhersteller Pirelli hat einen guten Lösungsansatz gefunden.  Pirelli  setzt  auf Emotion in der Kommunikation, gepaart mit hochwertigen Produkten.

Seit 44 Jahren kreiert Pirelli jährlich einen exklusiven, erotischen Kalender. Das Besondere: Er regt Fantasien an und ist nie einfach nur nackt.

Der Kalender ist streng limitiert und wird ausschließlich an gute und langjährige Kunden des Hauses Pirelli vergeben. Stars trifft man bei der Kalender-Produktion vor wie hinter der Linse. So haben beispielsweise berühmte Fotografen wie Patrick Demarchelier („Der Teufel trägt Prada“) und Peter Lindbergh bereits für Pirelli gearbeitet und dabei Top-Models und Superstars wie Gisele Bündchen, Heidi Klum, Cindy Crawford und Jennifer Lopez abgelichtet. Der Pirelli-Kalender ist ein Sammler-Objekt. Auch bei Ebay wird er hin und wieder angeboten.

Standort D ist sehr stark

Emotionen transportiert aber auch der Motorsport. Seit 100 Jahren ist Pirelli fester Partner bei vielen Rennen. VW, Audi, Lamborghini, Ferrari, Porsche, Mercedes-Benz und Aston Martin – sie alle zählen zu den Kunden.

Das deutsche Herz von Pirelli schlägt im Herzen des Odenwaldes – im hessischen Breuberg. „Der deutsche Standort ist für uns enorm wichtig. Unsere größten Kunden sitzen hier“, so Guglielmo Fiocchi, Vorsitzender Geschäftsführer der Pirelli Deutschland GmbH. „Wir müssen schnell agieren können. Hierfür benötigen wir die räumliche Nähe sowie qualifiziertes Personal. Beides finden wir für unseren hohen technischen Anspruch nur in Deutschland.“

Die Kombination ist es – hochqualifizierte Facharbeiter, verbunden mit den Ingenieuren im Entwicklungszentrum. „Das macht den Standort Deutschland so stark.“

Nicht zu vergessen, eine bis ins letzte Detail ausgeklügelte Automation. Mit einer robotergesteuerten Produktionsanlage ist es Pirelli gelungen, ein innovatives System zu entwickeln, das aus einzelnen, flexibel einsetzbaren Robotermodulen besteht. Laut Werkangaben hat sich so die Herstellungszeit für einen Reifen von sechs Tagen auf gerade einmal 72 Minuten (!) verkürzt.

In Deutschland produzieren 2.600 Pirelli-Mitarbeiter rund zehn Millionen Reifen jährlich und erwirtschaften einen Umsatz von 840 Millionen Euro. „Bis 2010 wollen wir in Deutschland  den  Umsatz  auf 1 Milliarde Euro erhöhen“, sagt Guglielmo Fiocchi.

Gute Emotionen in der Kommunikation sind hierfür eine wichtige Voraussetzung.

Werner Fricke

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