Investition

Sonne bringt neue Jobs


Wacker nimmt Fabrik für Solarsilizium in Betrieb

Nünchritz. Sie prangen auf Hausdächern, füllen Brachflächen, verkleiden Fassaden und liegen sogar auf Stadiondächern: Solaranlagen. Und sie liefern immer mehr Strom für Deutschland. Im ersten Halbjahr waren es 3,5 Prozent des bundesweiten Stromverbrauchs, mehr als die Wasserkraft beisteuert.

Rudolf Staudigl, Chef des Chemiekonzerns Wacker, ist sicher, dass es noch viel mehr wird in den nächsten Jahren. Hier in Deutschland und auch anderswo auf der Welt. Deswegen investiert Wacker Milliarden, um noch mehr Solarsilizium herzustellen.

Produktion ist schon auf Jahre verkauft

Etwa 900 Millionen Euro hat das Polysilizium-Werk gekostet, das zurzeit in Nünchritz (Sachsen) angefahren wird. Nach und nach geht hier ein Abscheide-Reaktor nach dem anderen in Betrieb. „Im Frühjahr 2012 wird die Anlage ihre volle Kapazität von rund 15.000 Tonnen im Jahr erreichen“, sagt Staudigl. Drei Monate vor Plan.

Um den Absatz muss der Wacker-Chef sich nicht sorgen. Die komplette Produk­tionsmenge aller Wacker-Polysiliziumwerke ist bereits bis 2015 verkauft. Und angezahlt. Weltweit. Inklusive des Betriebs in Tennessee (USA), der gerade erst gebaut wird.

Im Jahr 2013 will Wacker weltweit mehr als 50.000 Tonnen Solarsilizium produzieren. Hergestellt wird der Ausgangsstoff für Solarzellen in einem komplizierten Prozess. Metallisches Silizium wird in flüssiges Trichlorsilan umgewandelt und in mehreren Stufen durch Destillation gereinigt.

Ist die geforderte Reinheit erreicht – nur ein Fremd-Atom unter Trillionen Siliziumatomen ist erlaubt – kommen die Abscheide-Reaktoren ins Spiel. „Bei etwa 1.000 Grad Celsius setzt sich das Silizium Schicht für Schicht an Stäben ab“, schildert Staudigl. Es entstehen große Silizium-Stangen, die dann zerkleinert werden.

Das Verfahren ist sehr energieaufwendig, trotzdem hat Wacker die Kosten im Griff: „Wir haben die Technik so weit optimiert, dass sich die Produktion auch in Deutschland lohnt“, sagt Staudigl.

Signale stehen auf Wachstum

Lohnend ist das Engagement von Wacker auch für weitere 500 Menschen vor Ort. So viele Mitarbeiter werden bis Ende des Jahres für die Polysilizium-Produktion eingestellt. Zum Teil sind es Arbeitslose, die aufwendig geschult wurden. Die Zahl der Lehrlinge wächst auf 20 pro Jahr.

Aktuell arbeiten mehr als 1.400 Menschen in Nünchritz beim größten Industrie-Arbeitgeber der Region. Ebenfalls auf Basis von Silizium stellen sie Silikon-Produkte her, zum Beispiel Dichtungsmassen, wie es sie im Baumarkt gibt.

Und die Geschäfte laufen gut. Der Wacker-Konzern hat im vergangenen Jahr 4,75 Milliarden Euro umgesetzt und ein Rekordergebnis erzielt. So stehen die Signale weiterhin auf Wachstum.


 

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