Multimedia-Showroom

So zaubert man sich virtuell sein Traumauto – im Maßstab 1:1


Kohlberg. Es sei immer darum gegangen, mit Bildern Menschen zu beeindrucken, sagt Vorstandschef Detlef Beiter, wenn er beschreiben soll, was das Unternehmen ICT eigentlich macht. „Wir suchen ständig nach neuen Lösungen, nach dem, was wirklich cool ist“. Was dabei herauskommen kann, macht Beiter auf einer Videowand sichtbar: der digitale Showroom von Audi. Das Original ist mitten in der Londoner City zu finden.

In wenigen Sekunden wechselt das Auto die Wunschfarbe

Besucher können hier virtuell ihr Traumauto im Maßstab 1:1 gestalten, mit interaktiven Dreh- und Wischbewegungen. „Wie beim iPad, nur größer“, erklärt Beiter. Auf 700 Quadratmetern kann man hier jedes Audi-Modell mit Millionen von Möglichkeiten ausstatten. Und wer eines der Lackmuster auf den Tisch legt, erlebt sekundenschnell, wie die Wunschfarbe wechselt.

Das 1988 gegründete Unternehmen gestaltet rund 1.000 Multimedia-Projekte im Jahr. Darunter ganz große Würfe wie den Showroom für Audi oder ein Projekt für die Deutsche Bank, deren Frankfurter Türme die ICT mit Medientechnik ausgestattet hat.

„Unser Ziel ist immer, die Marke möglichst gut zu präsentieren. Das geschieht in der Regel in Showrooms oder auf Messen“, so Beiter. Die „großen emotionalen Bilder“, wie er es ausdrückt, werden zum Beispiel aus LCD- oder LED-Displays zusammengefügt. Die werden in Asien hergestellt. In Kohlberg bei Metzingen oder beim Kunden vor Ort werden sie montiert und mit Audio- und anderer Technik versehen.

„Die Kunst dabei ist, alles wie einen großen Bildschirm aussehen zu lassen“, erklärt Beiter beim Rundgang durch die Fertigung. An kleinen Verbesserungen wird hier gefeilt. Der Vorstandschef zeigt auf den kaum sichtbaren Abstand zwischen zwei LCD-Displays: „Das ist der schmalste Steg der Welt“, sagt Beiter und ergänzt: „Wir sind Vorreiter mit dieser Technologie.“

Bespielt werden die Displays mit den Inhalten der Kunden oder mit der im Haus entwickelten Präsentations-Software. Sie heißt Smart-Perform und ist praktisch im Handumdrehen anwendbar: Powerpoint-Daten, PDF-Dateien, Bilder oder Filme werden am PC oder per Wischbewegung einfach eingebunden. „Die Technik muss den natürlichen Bewegungen des Menschen angepasst sein“, erklärt Beiter das Prinzip.

Bis heute fährt Beiter gut mit der Strategie, sich auf Branchenführer zu konzentrieren, wie Audi oder BMW. Im BMW-Museum steht beispielsweise ein 12,5 Meter langer Multitouch-Tisch, an dem 60 Besucher gleichzeitig Informationen über den Konzern abrufen können. „Der größte Tisch dieser Art in Europa, den wir kennen“, sagt Beiter. Auf der Kundenliste stehen außerdem Konzerne wie der Kommunikationsriese Vodafone, IBM oder Adidas.

Die Ideenschmiede beschäftigt rund 130 Mitarbeiter, davon 90 am Stammsitz Kohlberg. Die übrigen in Frankfurt, Berlin und München. Das Unternehmen wird weiter wachsen, da ist sich Beiter sicher: „Den Umsatz von 30 Millionen Euro wollen wir in fünf Jahren mindestens verdoppeln.“

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