Hilfe kommt ruck, zuck

So wurde Automatic-Systeme Dreher zu einem „Dienstleister des Jahres“ in Baden-Württemberg

Sulz/Renfrizhausen. Wenn eine Maschine das Haus verlässt, fängt seine Arbeit richtig an: Siegfried Dölker leitet die Serviceabteilung beim Maschinenbauer Automatic- Systeme Dreher in Renfrizhausen bei Sulz am Neckar. Das bedeutet für ihn, bis zu 70 Monteure und fast ebenso viele Einsätze im Monat zu koordinieren.

„Die Anlagen zur Automatisierung von Pressen gehen zu 90 Prozent an Kunden aus der Automobil-Industrie, ein Drittel davon geht ins Ausland“, sagt Dölker.

Eine Anlage wiegt bis zu 50 Tonnen

Die Techniker aus seiner Truppe planen die Montage der Anlagen vor Ort, die Logistik auf der Baustelle und die Abstimmung mit der dortigen Bauleitung. Denn so eine Anlage kann bis zu 50 Tonnen wiegen und 40 Meter lang sein und wird deshalb in Teilstücken auf mehrere Lkws verladen. „Bei großen Anlagen sind auch mal 20 bis 30 Monteure im Einsatz“, so Dölker.

Und auch wenn die Maschine steht, gibt es noch genug zu tun, etwa wenn ein Ersatzteil gebraucht wird oder die Steuerung noch optimiert werden muss. In solchen Fällen rufen die Kunden in der Serviceabteilung an, Hilfe kommt dann innerhalb von 24 Stunden.

Für dieses Konzept einer Rundum-Betreuung für die Kunden wurde das mittelständische Unternehmen beim Wettbewerb „Dienstleiter des Jahres 2014“ ausgezeichnet und steht auf der Liste der „Top 20“. Damit würdigt das baden-württembergische Wirtschaftsministerium vorbildliche Kundenfreundlichkeit.

Gerade im Maschinenbau ist das nicht immer selbstverständlich: „Wir sind häufig noch sehr fokussiert auf das Neugeschäft“, sagt Geschäftsführer und Mitinhaber Hasan Sarac (52). Das bedeutet: Die Branche konzentriert sich auf die Entwicklung und den Verkauf von neuen Maschinen und weniger auf die Wartung derselben.

Sarac ist überzeugt: „Mit gutem Service wird Geld verdient, und er ist ein Aushängeschild der Firma.“ Damit der Kunde gleich an der richtigen Stelle landet, hat Automatic-Systeme Dreher alle Servicetechniker in einer Abteilung gebündelt. „Früher waren diese Mitarbeiter auf die einzelnen Fachbereiche verstreut“, erklärt Abteilungsleiter Dölker. Das Konzept wurde zusammen mit der Hochschule Konstanz ausgearbeitet und im Oktober 2013 eingeführt. Rund 100.000 Euro hat das Unternehmen in die neue Organisation investiert. „Das hat sich bewährt: Die Wege sind kürzer, und es läuft reibungsloser“, so Dölker.

Auf der Suche nach Fachkräften

Für solche innovativen Konzepte braucht man pfiffige Mitarbeiter, weiß Geschäftsführer Sarac. Bei dem rasanten Wachstum von 130 auf gut 200 Mitarbeiter seit 2008 schaut sich der Mittelständler ständig nach Fachkräften um: „Wir sind hier umzingelt von attraktiven Arbeitgebern. Deshalb stellen wir ein, wenn sich geeignete Fachkräfte bewerben, und nicht erst, wenn wir akuten Bedarf haben.“

Auch auf die eigene Ausbildung legt die Firma großen Wert: Mit 34 Azubis liegt die Quote bei rund 20 Prozent. Dabei ist die Qualität der Ausbildung entscheidend. Denn eins ist für Sarac klar: „Wir machen erstklassigen deutschen Maschinenbau.“


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