Sicherheit steckt im Detail

So viel müssen Kabelverschraubungen aushalten


Kernen. Es sind manchmal kleine Dinge, die große Katastrophen verhindern können. Zum Beispiel den Unfall auf einer Ölplattform im Meer. Die Kabelverschraubungen der Firma Jacob in Kernen bei Stuttgart tragen zur Sicherheit auf Bohrinseln bei.

Denn fest verschraubte und richtig isolierte Kabelverbindungen verhindern, dass ein Funke aus Schaltkästen oder Motoren überspringt und zum Beispiel Gas entzündet. „Der Explosionsschutz ist jedoch nur ein Anwendungsbeispiel für unsere Produkte“, sagt Jacob-Geschäftsführer Michael Pietsch beim Rundgang durch die Produktion. Die Kabelverschraubungen aus Kunststoff oder Metall werden in der klassischen Hausins­tallation ebenso verwendet wie in Produktionshallen und Fertigungsanlagen – im Inland wie im Ausland.

Bei kleinen Stückzahlen setzt man nach wie vor auf Handarbeit

Je nach Ausführung trotzen die unscheinbaren Teile Kälte, Hitze, Wasser und Sand – und der Kraft, wenn einer am Kabel zieht oder es dreht. In der Solartechnik müssen sie zudem UV-beständig sein. Und beim Steuern von Kranen muss die Verschraubung elektromagnetische Störungen verhindern.

Jacob macht 60 Prozent seines Umsatzes von 34 Millionen Euro in Deutschland. Der Rest wird weltweit erzielt, hauptsächlich aber in Europa. Doch hier ist der Kuchen verteilt: „Wachsen können wir hier nur, wenn wir einem Wettbewerber etwas wegnehmen“, erklärt der Geschäftsführer.

Und das ist nicht einfach, weil sich eine kosten- und damit preissenkende Automatisierung der Montage nur bei großen Stückzahlen rechnet. Die gibt es nur bei den Standardprodukten. Kleine Serien und Sonderlösungen müssen von Hand montiert werden.

Chancen auf Wachstum sieht Pietsch deshalb vor allem in China und Indien: im Bausektor, in der Verkehrsinfrastruktur und in der Energieversorgung. Auch in diesen Ländern achten die Kunden immer öfter nicht nur auf den günstigen Preis, sondern auch auf Qualität.

Sie wollen aber vor Ort kaufen. „Deshalb ist es nötig, dort zu sein“, begründet Pietsch den Schritt von Jacob ins Reich der Mitte. Seit 2011 produziert das schwäbische Unternehmen in einem Werk in der Nähe von Schanghai Kabelverschraubungen für den chinesischen Markt. „Diese Reise geht weiter“, ist sich Pietsch sicher.

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