Gut gebettet

So sorgt der Matratzenhersteller Lück für einen gesunden Schlaf

Bocholt. Zum Job von Thomas Bußkamp gehört es, sich gelegentlich mal hinzulegen. „Unser Geschäft ist das Schlafen“, sagt der Geschäftsführer des Matratzen-Herstellers Lück in Bocholt.

Und das floriert: Das Unternehmen produziert jährlich mehr als 500.000 Matratzen. Nachschub wird ständig gebraucht. Schließlich verbringt der Mensch ein Drittel seines Lebens mit Schlafen. Jeder siebte Deutsche schlummert auf einem Produkt aus Westfalen.

„Bei der Matratzenproduktion sind wir die Nummer eins in Deutschland“, sagt Bußkamp und macht es sich auf seiner elastischen Schlafunterlage im eigenen Showroom bequem. In den benachbarten Fabrikationshallen stellen gut 150 Mitarbeiter hochwertige Kaltschaum- und Tonnentaschenfederkernmatratzen für den Fach- und Möbelhandel sowie für Discounter wie Aldi oder Lidl her.

Das Leben einer Matratze beginnt in Bocholt etwa bei Alexandra Slodkowska. Die 23-Jährige bestreicht gerade einen Kern aus Kaltschaum hauchdünn mit einem wasserlöslichen Kleber. „Darauf setzen wir jetzt diesen blauen Schaumstoff“, erklärt die junge Polin und greift nach dem akkurat ausgeschnittenen Schaumstoffstück.

Die kreuzförmigen Schlitze darin sind ein Patent von Lück. Man sieht sie nur, wenn sich das Material wie jetzt in die passende Ausbuchtung der Matratze wölbt. Geschäftsführer Bußkamp: „Die Stanzungen sind unsere Spezialität.“ Sie sorgen dafür, dass sich die Matratze perfekt an die Körperkontur anschmiegt.

Diese Punktelastizität macht eine gute Matratze aus. Gleichzeitig garantieren die Schlitze den Luftaustausch. Sie werden mit einer speziellen Anlage eingebracht, die die Bocholter selbst entwickelt haben. Der Trick dabei: „Sie schneidet den Schaumstoff nicht, sondern stanzt die Kreuze in den Schaumstoff“, erklärt Bußkamp. Das Ergebnis sind saubere, exakte Schlitze.

Ähnlich werden spezielle Schaumstoffstäbchen hergestellt, die Rhombo-fill heißen. Sie waren das erste Patent der Firma und die Grundlage für die Unternehmensgründung 1976. Mittlerweile stecken sie in Kissen etwa für Bauch- und Seitenschläfer. Und in zwei Drittel aller Sofas, die im deutschsprachigen Raum verkauft werden. Bußkamp: „Dieses Know-how sorgt dafür, dass unsere Polster dauerhaft die Form halten und sich keine Kuhlen bilden.“ Auch die Couchgarnituren im Bundestag haben ein solches Innenleben aus Bocholt.

Die Polster und Matratzen sind gefragt – die Produktion ist bis April 2016 voll ausgelastet. Pro Woche fahren die werkseigenen Lkws deutschlandweit rund 2.500 Abladestellen bei Möbelhändlern und Fachmärkten an. Für sie stellen die Bocholter derzeit Taschenfederkernmatratzen in großer Stückzahl her. Ihr Transport erfordert eine ausgeklügelte Logistik, weshalb die Schlafexperten die Verpackung gleich mitentwickelt haben.

Schaumstoff besteht zu 95 Prozent aus Luft

Dazu gehört ein Verfahren, mit dem aus dem Schaumstoff der Matratzen die Luft gepresst wird. Schließlich besteht dieser zu 95 Prozent aus Luft. So können die Schlafunterlagen, in Folie eingerollt, platzsparend im Lkw transportiert werden.

„Der Matratze schadet das nicht“, verspricht Geschäftsführer Bußkamp und tritt gleich den Beweis an. Ein Schnitt über die Plastikhülle, unter der eine schützende Pappe liegt, und die Matratze entfaltet sich – gleichzeitig füllt sich der Schaumstoff wieder mit Luft.

Es dauert nur wenige Sekunden, dann ist die Matratze einsatzbereit. „Fertig“, sagt Bußkamp und klopft auf das elastische Material: „Ich wünsche einen geruhsamen Schlaf.“


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