Reifenlabel der EU

So sorgt der Hersteller Goodyear Dunlop für den nötigen Grip


Fürstenwalde. Kühlschränke haben es, Elektroherde, Waschmaschinen – und seit November letzten Jahres auch Autoreifen: ein Label. Es zeigt an, wie gut das Produkt in drei Klassen ist.

Während es bei Hausgeräten um den Energie- oder Wasserverbrauch geht, bewertet das Reifenlabel die Kriterien „Nasshaftung“, „Rollgeräusch“ und „Kraftstoff-Effizienz“. Wie man die entsprechende EU-Verordnung in der betrieblichen Praxis übersetzte, das erzählen im Rückblick Anke Batsch und Hubert Elsner.

Die Ingenieurin und der Chemiker waren daran maßgeblich beteiligt – im Goodyear-Dunlop-Werk Fürstenwalde (Brandenburg). Zugunsten von Umweltschutz und der Wirtschaftlichkeit im Straßenverkehr: Das Label, als Aufkleber am Produkt oder als Zettel im Regal, weist Kunden ja auf entsprechende Qualitäten der Reifen hin.

„Am Anfang standen viele Tests“, berichtet Elsner. In den firmeneigenen Entwicklungszentren in Luxemburg und Hanau wurde geprüft, was jeder einzelne Good­year-Dunlop-Reifen bei den drei Kriterien draufhat. Übrigens: Intern bewertet man sogar nach 50 Kriterien.

Anschließend wurden, mit Blick auf die von der EU vorgegebenen Label-Kriterien, für Pkws zwei neue Reifentypen entwickelt: sogenannte B/A-Reifen. Der Name bezieht sich auf die im Label verwendete Skala von A (bester Wert) bis G (schlechtester Wert). Sie sind beim für die Kraftstoff-Effizienz wichtigen Rollwiderstand mit B eingestuft – und beim für die Nasshaftung wichtigen Grip mit A. Da ein minimaler Rollwiderstand zwangsläufig den Grip verringert, stellt die Einstufung „A/A“ eine echte Herausforderung dar.

Schon mehr als eine Million Pneus mit Label

„Die Umsetzung in der Serienproduktion war eine Herausforderung“, erinnert sich Anke Batsch. „Eine neue Gummimischung und ein geänderter Reifenaufbau führen bei allen Verarbeitungsschritten zu Veränderungen im Arbeitsablauf.“ Was im Labor stets tadellos funktioniert, müsse in der Praxis immer wieder feinjustiert werden. Wichtig sei der permanente enge Austausch mit Kollegen im Entwicklungszentrum. Man habe „viele neue Wege beschritten“ und „sehr viel gelernt“.

Seit Frühjahr 2012 steht die Serienproduktion in Fürstenwalde. Mehr als eine Million der gelabelten Pneus sind inzwischen produziert worden. Und das erste Lob für die Leistung der Reifen gab es auch schon.

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