Coole Stoffe

So schützen trickreiche Textilien vor Sommerhitze

Die Sonne genießen: Auflagen von Gartenmöbeln sind robust dank Nano-Teilchen. Foto: Getty

Emsdetten/Dingden. Erst strahlt die Sonne vom Himmel, dann folgt das Wärmegewitter. „Kein Problem für unsere Outdoor-Stoffe“, sagt Matthias Plagge, Vertriebsmitarbeiter bei den Schmitz-Werken in Emsdetten.

Denn die Textilien, die dort unter dem Markennamen Swela gewebt und imprägniert werden, trotzen jedem Wetter. Regen und Schmutz perlen von den Markisenstoffen mittels einer selbst entwickelten Nano-Imprägnierung ab. Gleichzeitig hat das Gewebe einen eingebauten Filter, der UV-Licht zu 100 Prozent filtert. Bei Gartenmöbelauflagen wiederrum schützt eine Fluor-Karbon-Schicht das Gewebe vor Nässe und Schmimmel.

„Trocknen die Auflagen wieder gut durch, ist ein sommerlicher Regenguss kein Problem“, so Plagge. Ähnliche Pigmente nutzt der Textilveredler van Clewe Sun Protection in Dingden bei Bocholt. Er stellt Stoffe für den Sonnenschutz im Haus her.

Dazu gehören Plissees, Flächenvorhänge oder Lamellen. „Wichtig ist die Beschichtung des Polyestergewebes“, erklärt Josef Schulze Bäing aus dem Vertrieb der Firma. Die Beschichtung heißt Perlex und schimmert weiß. „So ausgerüstete Vorhänge oder Rollos dienen als Isolator“, erklärt Schulze Bäing.

Und der funktioniert so: Zwischen Fenster und Rollo entsteht ein Polster aus Luft. Diese Isolierung sorgt dafür, dass es im Sommer kühl und im Winter warm bleibt.

Warum Wüstenvölker auf dunkle Kleidung stehen

Weniger technisch geht es aber auch – etwa bei Sonnenschutzkleidung. Wer nicht auf Chemiefasern mit integriertem Sonnenschutz setzen will, erzielt durch dunkle Kleidung einen effektiveren Schutz, da deren Pigmente die UV-Strahlung besser absorbieren als helle.

„Deshalb färben die Tuareg in der Sahara ihre Keidung dunkelblau ein“, so Andreas Schmidt von den Hohenstein Instituten in Bönnigheim.

Wer nur Natur pur an seine Haut lassen will, sollte Naturseide tragen. „Sie hat einen relativ hohen Schutzfaktor“, so Schmidt. Er wird umso höher, je dichter der Stoff ist. Deshalb tragen indische Frauen den traditionellen Sarong in mehreren Schichten übereinander.


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