Umwelt

So sauber sind die Frosch-Reiniger


Putzmittel-Profi Werner & Mertz erlaubt den Kunden per Handy einen Blick in die Firma

Es duftet nach frischer Zitrone. Auf dem Förderband beim Reinigungsspezialisten Werner & Mertz in Mainz rattern Flaschen mit grünem Spülmittel vorbei, pro Stunde bis zu 9.000 Stück.

Die umweltfreundlichen Haushaltsreiniger mit dem Frosch sind Ende 2009 in Deutschland zum Marktführer aufgestiegen. „Wir produzieren ständig mehr, jetzt auch samstags“, sagt Ralf Kattler. Der Blick des Linienführers gleitet dabei prüfend über die Abfüllanlage, schließlich soll weiterhin alles reibungslos funktionieren.

Warum verkauft sich gerade das Mittel so gut? „Weil das Unternehmen viel für die Glaubwürdigkeit tut“, sagt Detlef Matz. Der Ingenieur ist Leiter des Nachhaltigkeitsmanagements.

Ihm geht es um mehr als nur darum, Strom und Wasser zu sparen: „Wir stellen umweltfreundliche Produkte auch umweltfreundlich her. Wir achten auf jeden Schritt von der Auswahl der Rohstoffe über die Herstellung bis hin zur Auslieferung.“

Gebäude erzeugt eigene Energie

Dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Worthülse ist, belegt Matz mit einer Reihe von Beispielen.

Verpackung: Die Flaschen für die Reiniger stellt ein Zulieferer auf dem Werkgelände her. Matz: „Das spart jährlich rund 900.000 Lkw-Kilometer und damit gut 220.000 Liter Diesel.“

Energie: Das neue Verwaltungsgebäude soll mit Hilfe von Geothermie, Photovoltaik und Windrädern auf dem Dach (siehe Galerie) mehr Energie erzeugen, als es verbraucht. „Den Überschuss speisen wir ins öffentliche Netz ein“, erklärt der Ingenieur.

Abfall: Die Rohrleitungen putzt ein dicker Gummipfropfen („Molch“), den man mit Hochdruck durch die Leitungen treibt. Matz: „Damit entfällt viel Spülwasser.“

Der Abfall wird am Ende verpresst, den Filterkuchen nimmt ein Baustoff-Unternehmen ab: „Diese Firma nutzt ihn bei der Herstellung von Dachziegeln“, so der Fachmann.

Mitarbeiter: Wer will, bekommt einmal wöchentlich eine verlängerte Frühstückspause, um am Sportangebot teilzunehmen. „Das gilt für alle Mitarbeiter, ob im Labor, der Produktion oder der Verwaltung“, so der Manager.

Die Verbraucher können sich beim Kauf der Frosch-Produkte oder anderer Mittel übrigens gleich am Supermarkt-Regal via Handy überzeugen, ob die Hersteller auch so freundlich sind, wie sie sich präsentieren. Ein kostenloses Softwareprogramm (www.barcoo.de) liefert als sogenanntes „App“ über den Strichcode umgehend Informationen aus dem Internet. Für den Fami-lienbetrieb kein Grund zur Sorge, im Gegenteil: Letztes Jahr bekam Werner & Mertz den „Deutschen Nachhaltigkeitspreis“ verliehen, hinter dem die Bundesregierung steht.

Zusammenarbeit mit Naturschützern

Und es geht weiter. Das Unternehmen prüft jetzt, ob sich auf den bereits begrünten Dächern Solarzellen installieren lassen. Und die Belegschaft soll Parkplätze mit kostenlosem Stromanschluss erhalten. Geschäftsführer Reinhard Schneider liebäugelt bereits mit einem Elektro-Auto als  Dienstwagen.

Zudem kooperiert der Putzmittel-Profi mit Naturschutzorganisationen wie NABU und WWF, zum Beispiel bei der Renaturierung der Rheinauen. Matz: „Wir schauen über die Unternehmensgrenzen hinaus und fördern die Artenvielfalt. Nur wenn die uns erhalten bleibt, geht es uns Menschen weiterhin gut.“

Sabine Latorre

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang