Sport

So oft wie möglich aufs Eis


Wie Deckel-Maho-Mitarbeiter Andreas Lang für die Olympischen Spiele trainiert

Pfronten. Wischen kann ganz schön anstrengend sein. Das wissen nicht nur Putzkräfte. Es gibt allerdings eine Sportart, bei der eifrig gewischt werden muss, ohne dass es dabei um Sauberkeit geht: Curling.

Dieser Wintersport ist  in Deutschland kaum bekannt, obwohl er seit zehn Jahren olympische Disziplin ist. Die Spielregeln sind äußerst kompliziert. Was ebenfalls kaum einer weiß: Deutschland stellt den aktuellen Vize-Weltmeister. Einer der vier Sportler aus dem Curling-Team Füssen, das den Titel errungen hat, ist Andreas Lang. „Was ich an dem Sport toll finde, ist die Vielseitigkeit. Es gibt immer wieder neue Situationen, auf die man sich taktisch einstellen muss.“ Eine Fähigkeit, die dem 28-Jährigen auch im beruflichen Leben weiterhilft.

Auf Präzision kommt es an

Der studierte Maschinenbauer durchläuft derzeit als Trainee verschiedene Abteilungen bei der Deckel Maho Pfronten GmbH. Hier werden Universal- und Horizontal-Fräsmaschinen sowie Bearbeitungszentren für den Weltmarkt entwickelt und produziert.

Gefragt ist dabei vor allem Präzision. Genau wie beim Curling. Daher ist Deckel Maho seit kurzem Hauptsponsor des Füssener Curling-Teams.

Die Unterstützung der Firma geht auch ins Persönliche. „Deckel Maho kommt mir da sehr stark entgegen. Für die Weltmeisterschaft und die Europameisterschaft stellt mich das Unternehmen frei“, freut sich Lang.

Trotzdem investiert der passionierte Curling-Spieler rund die Hälfte seines Urlaubs, um auf  Turnieren dabei sein zu können. Dazu kommt nicht nur das Training im nahe gelegenen Füssen, zweimal wöchentlich. Von September bis April finden auch zahlreiche Wettkämpfe statt, durchschnittlich jedes zweite Wochenende.

Bei seiner Frau trifft das auf  Verständnis. Und das, obwohl der junge Mann mit dem sympathischen Lachen gerade erst Vater geworden ist. Denn auch die Frau von Andreas Lang ist begeisterte Curling-Spielerin.

Kurz nach den Olympischen Spielen 2006 in Turin kam Lang zum derzeitigen Vize-Weltmeister. Mit seinen 28 Jahren ist er zwar der mit Abstand jüngste Spieler, aber er brachte Schwung und Motivation ins Team.

„Neben dem mentalen Training und der Konzentration ist auch die Taktik für uns enorm wichtig“, versichert Lang. Nicht umsonst wird die Sportart Curling auch als „Schach auf dem Eis“ bezeichnet.

Den Weg in die Curlinghalle fand Andreas Lang bereits im Alter von 15 Jahren in seiner Heimatstadt Villingen-Schwenningen. „Das hat mich damals gleich begeistert“, schwärmt der heutige Vize-Weltmeister.

„In Vancouver sind wir dabei!“

In zwei Jahren finden wieder die Olympischen Winterspiele statt, dieses Mal im kanadischen Vancouver. Für den begeisterten Sportler Andreas Lang steht jetzt schon fest: „Na klar! Da sind wir dabei!“ 

Miriam Zerbel

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