Papierverarbeitung

So nachhaltig wie noch nie

Edelmann verhilft Kunden zu CO2-kompensierten Faltschachteln

Heidenheim. Auf den ersten Blick sticht sie nicht besonders hervor in der Auswahl schmucker Faltschachteln aus dem Hause Edelmann. Und doch leistet sie Pionierarbeit, die weiß-hellgrüne Verpackung für den Kosmetik-Hersteller Pharmos Natur. Ein Blick auf den Boden der Schachtel zeigt: Sie ist „CO2-kompensiert“ hergestellt worden.

Wie bitte? Was soll das denn heißen – und woher wissen die das?

Zunächst verspricht der Aufdruck: Pharmos Natur sorgt dafür, dass genau die Menge des Klimagases Kohlendioxid (CO2), die bei der Produktion der Schachtel entsteht, an anderer Stelle eingespart wird. Bestätigt wird das vom auf solche Themen spezialisierten Unternehmen First Climate. In diesem Fall sorgt ein Windkraft-Projekt im türkischen Yuntdag für die nötige Einsparung von Emissionen.

Kohlendioxid-Ausstoß wird berechnet

Und um wie viel CO2 es geht, das weiß Edelmann recht genau: Beim Verpackungsspezialisten in Heidenheim bei Ulm kann man seit kurzem berechnen, wie viel Kohlendioxid bei der Produktion einer Faltschachtel entsteht – von der Entwicklung bis zur Auslieferung. Der Bundesverband Druck und Medien hat für seine große Klima-Initiative (www.klima-druck.de) einen CO2-Rechner entwickelt, der von Edelmann in überarbeiteter Form eingesetzt wird.

Mit dieser Berechnungssoftware wird alles erfasst, was auch nur im Ansatz mit dem Ausstoß von Kohlendioxid zu tun hat: der Energieverbrauch zum Heizen etwa, Maschinenleistungen und -laufzeiten, aber auch, wie die Mitarbeiter zur Arbeit kommen und wie die benötigten Rohstoffe produziert werden.

„Da der Druck auch bei der Faltschachtel-Produktion eine große Rolle spielt, konnten wir das Programm als Basis nehmen und für unsere Branche modifizieren, indem wir zum Beispiel noch den Energieverbrauch von Stanzen oder Klebemaschinen eingearbeitet haben“, erklärt Wolfgang Rieck, Leiter Gebäudemanagement und Umweltbeauftragter am Edelmann-Stammsitz.

Praktischer Nebeneffekt: Das genaue Rechnen offenbart auch Einsparpotenziale! „Das kommt dann dem Klima zugute und kann unsere Kosten senken“, sagt Rieck.

Letztlich geht es aber auch hier darum, Kundenwünsche zu erfüllen. „Nachhaltige Verpackungskonzepte, bei denen eine optimale Verbindung von Ökonomie und Ökologie gegeben ist, sind gefragt“, betont Stefan Mücksch, Vertriebsleiter Kosmetik. „Deshalb haben wir uns schon früh mit dem Thema beschäftigt und als Erster unserer Branche den CO2-Rechner auf die Faltschachtel übertragen.“

Abwärme unterstützt die Heizung

Edelmann ist bekannt für hochwertige, auf Wunsch auch komplizierte Sonderlösungen in Sachen Faltschachteln. Dabei legt das 1913 gegründete Familienunternehmen schon seit den 70-Jahren Wert auf Nachhaltigkeit – von der Materialauswahl und der Verwendung lösemittelfreier Druckfarben bis zu umweltfreundlichen Produktionsverfahren etwa durch den Einsatz moderner Maschinen oder die Nutzung der Abwärme zur Unterstützung der Heizung. Und natürlich hat der Betrieb eine Photovoltaik-Anlage.

Mücksch betont daher: „Die Idee, unsere Kunden jetzt auch bei der Auswahl nachhaltiger Verpackungen zu unterstützen, war für uns eine ziemlich logische Konsequenz.“

Info: Die Edelmann-Gruppe

Das bald 100 Jahre alte schwäbische Familienunternehmen Edelmann gilt als Spezialist für hochwertige Verpackungs- und Systemlösungen einschließlich Beilagen vor allem für die Pharma- und die Kosmetik-Industrie. Rund fünf Milliarden Faltschachteln und Beilagen sind 2011 produziert worden, an inzwischen sieben Standorten hierzulande sowie weiteren Werken in Frankreich, Polen, Ungarn sowie China und Mexiko. Die Edelmann-Gruppe erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von 230 Millionen Euro. Zwei Drittel der 1.900 Mitarbeiter sind in Deutschland beschäftigt.

Zum Interview mit Umweltexpertin Michaela Lehmann.


Artikelfunktionen


'' Zum Anfang