Ferienbetreuung

So macht Englisch lernen Spaß


Im „Easy Learn Club“ von Cassidian begeistert sich der Nachwuchs für Basteln und Englisch

Ulm. Die Erwachsenen waren sofort begeistert von der Idee. Ihre Sprösslinge anfangs weniger. Statt in der letzten Ferienwoche süßem Nichtstun zu frönen, sollten die Kinder der Mitarbeiter von Cassidian einen Lego-Hubschrauber basteln – und dabei ausschließlich Englisch reden.
Doch die Skepsis verflog schnell bei den 13- bis 16-jährigen Teilnehmern des „Easy Learn Clubs“. Schließlich gibt es hier Selbstvertrauen statt Leistungsdruck.

Auch die 13-jährige Laura Häckel sagte nach dem ersten Tag: „Hier komme ich morgen wieder hin.“ Schon seit 2005 macht sie mit bei dem Ferienprogramm von Cassidian.

Der Ulmer Hersteller von Sicherheitselektronik startete damals mit einem einwöchigen Angebot zu Ostern in die betriebliche Ferienbetreuung. Denn Schüler haben doppelt so viele Ferien wie ihre Eltern. Für die heißt das: Entweder sie finden eine Betreuungslösung oder es gibt keinen gemeinsamen Urlaub, solange die Kinder noch nicht alleine bleiben können. Erste Priorität hatten daher auch bei Cassidian die Sechs- bis Zwölfjährigen.

Hohe Nachfrage bei den Mitarbeitern

Zunächst wurde das Interesse bei den 3.000 Mitarbeitern erfragt. „Die Nachfrage war so hoch, dass es sich gelohnt hat, in den Osterferien zu beginnen“, sagt Personalreferentin Sabine Sauer, die auch für die Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen zuständig ist.

Gerade die sogenannten Randferien stellen berufstätige Eltern vor eine organisatorische Herausforderung: Während viele Städte und Gemeinden im Sommer ein Ferienprogramm anbieten, sieht es an Ostern, Pfingsten oder im Herbst schlecht aus.

Das zum EADS-Konzern gehörende Unternehmen erweiterte die Betreuung bald um zwei Wochen in den Sommer- und eine Woche in den Herbstferien. Andere Unternehmen aus der Region – Gardena, Thales und EvoBus – schlossen sich an. So sind die 35 Plätze in der Ferienbetreuung immer belegt.

Im nächsten Jahr steht Französisch an

Angebote für Jugendliche wurden zunächst nicht so gut angenommen. Dennoch entschied sich Personalreferentin Sauer vor zwei Jahren, ein Englisch-Projekt anzubieten. Zwei Auszubildende halfen mit, das betreuungsintensive Konzept zu entwickeln.

„Da es ein Cassidianinternes Programm ist, war es wichtig, dass auch ein Technik-Part mit drin ist“, erklärt Sauer. So verwandelten sich 25 Siebt- bis Neuntklässler in die Mitarbeiter einer Hubschrauberfabrik.

Sie organisierten den Einkauf, die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb – ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. „Die haben das toll gemacht und alles auf Englisch“, sagt Sauer.

Sie ist stolz auf die Jugendlichen, obwohl der Hubschrauber am Ende nicht ganz fertig wurde, wie sie lachend verrät. Aber es sei wichtig, dass so ein Projekt spielerisch bleibe. Der Erfolg gibt ihr recht. „Laura war total begeistert“, erinnert sich deren Mutter Manuela Häckel, die bei Cassidian in der Konstruktion arbeitet.

Durch das spielerische Heranführen habe ihrer Tochter auch das Technische Spaß gemacht. Und die Englischnote hat sich verbessert. Für Laura stand deshalb von vornherein fest: „Ich mache wieder mit.“ Diesen Sommer wird die Geschichte der Stadt Ulm bei Streifzügen durch die City auf Englisch erkundet. Und die Personalreferentin Sauer denkt bereits über ein neues Programm nach – auf Französisch.

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