Probleme im Job

So lassen sich kleinere Rückschläge und neue Hürden im betrieblichen Alltag meistern

Oft sind es kleine Widrigkeiten, die einem den Job verleiden. Die Arbeitspsychologin Anna Peck rät: „Entschärfen Sie Probleme frühzeitig, damit sie nicht zu unüberwindbaren Hürde werden.“ Wie das geht, erklärt Sie hier.

Nicht einfach alles weiterlaufen lassen: Das hat man oft selbst in der Hand. Foto: Fotolia

Nicht einfach alles weiterlaufen lassen: Das hat man oft selbst in der Hand. Foto: Fotolia

„Offene Gespräche können viel bewirken.“ Anna Peck, Arbeitspsychologin. Foto: IFAA

„Offene Gespräche können viel bewirken.“ Anna Peck, Arbeitspsychologin. Foto: IFAA

Düsseldorf. Es müssen nicht immer gleich Schicksalsschläge sein: Oft sind es kleine Widrigkeiten, die einem den Gang in die Firma verleiden. Der neue Kollege lässt einen links liegen, man hat Angst, mit der neuen Maschine nicht zurechtzukommen – oder man schleppt Ärger in der Familie mit sich herum. „Entschärfen Sie solche Probleme frühzeitig, damit sie erst gar nicht zu unüberwindbaren Hürden im Kopf werden“, rät Anna Peck vom Institut für angewandte Arbeitwissenschaft. Ihre Tipps:

  • Probleme ansprechen. „Dann ziehen sie im Kopf keine Endlosschleifen“, so Peck. Hilfreich sind Gespräche mit vertrauten Kollegen, in der Pause oder nach Feierabend: Wie haben sie ähnliche oder noch verfahrenere Situationen gemeistert? „So tankt man Zuversicht – und neue Kraft, eine Lösung zu finden“: Wenn andere solche Hürden überwunden haben, sollte das für einen selbst auch möglich sein.
  • Selbstwahrnehmung prüfen. Die eigene Einschätzung kritisch zu hinterfragen, kann schon etwas nützen. „Vielleicht schneidet mich der neue Kollege gar nicht“, erklärt Peck, „sondern er ist schüchtern.“ Da hilft oft ein offenes Wort. „Aber bitte nicht mit Vorwürfen beginnen – sondern sogenannte Ich-Botschaften senden.“ Also: „Ich habe das Gefühl …“ – „Mir ist aufgefallen, dass …“ Solche Formulierungen sind auch im Gespräch mit dem Chef sinnvoll. Wenn man etwa meint, bei einer interessanten neuen Aufgabe übergangen worden zu sein.
  • Dinge akzeptieren. Es gibt Rückschläge bei der Arbeit, die man einfach hinnehmen muss. Oft, weil sie gar nicht im eigenen Einflussbereich liegen. Was tun, wenn größere Erfolgserlebnisse, die für die innere Balance nötig sind, im Job ausbleiben? Da kann es gut sein, Erfolge verstärkt im privaten Bereich zu suchen: „Etwa durch ein neues Hobby“, so die Expertin.
  • Misserfolg als Chance sehen. Einen heftigen Fehler gemacht oder unsicher an der neuen Maschine? „Nutzen Sie Ihre Bedenken als Chance, etwas zu verändern“, rät Peck. Vielleicht ergibt sich eine Weiterbildung oder ein etwas anderer Zuschnitt der Aufgaben.
  • Im Notfall Hilfe suchen. Schulden, Suchtprobleme, Depressionen: Damit kommen nur wenige alleine zurecht. Peck: „Schämen Sie sich nicht, Hilfe von Experten anzunehmen.“ Derartige Probleme kann man nicht immer im stillen Kämmerlein bewältigen.

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