Zweite Chance

So hilft B. Braun Melsungen jungen Leuten beim Start ins Berufsleben


Melsungen. Eine abgebrochene Lehre, schlechte Noten, fehlende Motivation: Manchmal klappt der Start in den Beruf einfach nicht. Das weiß der angehende Metallbauer Marcel Klobes nur zu gut. Eine Initiative von B. Braun Melsungen hat dem jungen Mann jedoch den Weg geebnet.

Der 17-Jährige schwärmt fürs Schweißen und Fräsen. Doch sein Pferdefuß war Mathe: „Mit meinen Noten lief nichts bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz“, erzählt Klobes. Dann bewarb er sich beim Medizintechnik- und Pharma-Unternehmen um Aufnahme in das Förderprogramm PerspektivePLUS: Das macht jährlich 25 Teilnehmer fit für den Beruf.

Nach einem Jahr im Logistikcenter, begleitet von Berufsschule, Fachtrainings und einem Mentor, glänzt Klobes nun mit der Note Eins in Mathe: „Jetzt fange ich im benachbarten Unternehmen eine Lehre als Metallbauer an.“ Ein Sonderfall?

„Nein“, sagt Kay-Henric Engel, Leiter der Berufsausbildung. „Wir geben jungen Leuten mit fachlichen oder sozialen Defiziten gerne eine zweite Chance.“ Selbst wenn ihr Berufswunsch nicht unbedingt zum Firmenprofil passt. Engel: „Gut ein Viertel der Absolventen bleibt bei uns, die anderen wählen Berufe wie Kfz-Mechatroniker, Bäcker oder Straßenbauer.“ Denn mit dem Gütesiegel des Programms werden die Jugendlichen gern genommen.

Eine, die bleiben möchte, ist Jasmin Bücking (26). Alleinerziehend mit einem Kleinkind, da hatten viele Betriebe abgewunken. „Hier kommt man mir bei den Arbeitszeiten entgegen“, erzählt sie. Ein Werksrentner stand ihr während des Programms als ehrenamtlicher Berater zur Seite. „Jetzt bin ich viel selbstbewusster“, meint die junge Mutter, die eine Lehre als Fachlageristin in Aussicht hat. Auch Akif Ken­dirli hat es geschafft: Nach dem Programm machte der 22-Jährige den Abschluss zur Fachkraft für Lagerlogistik. Prüfend blickt er aufs Warenlager: „Hier gehen täglich bis zu 3.000 Paletten rein und raus“, sagt er. In Melsungen lagern die Produkte aller europäischen Standorte. Nun wird er fest angestellt.

Fast alle Teilnehmer schaffen den Sprung in die Arbeitswelt

Vor gut vier Jahren hatte es noch nicht so rosig ausgesehen: Frustriert hatte Kendirli seine Lehre zum Mediengestalter geschmissen.„Zum Glück kannte meine Lehrerin das Programm“, erzählt er. Ausbilder Reinhard Vaupel traut seinem Schützling noch viel mehr zu: „Auch den Weg an die Uni.“

Rund 70 Jugendliche absolvieren bei B. Braun solche Übergangsprojekte. PerspektivePLUS war vor zehn Jahren eines der ersten: „Hier lernt man Dinge wie Pünktlichkeit, Verantwortung übernehmen oder Regeln einhalten“, so Vaupel. Fast alle schaffen den Sprung in die Arbeitswelt, manche rücken sogar in leitende Positionen auf. Vaupel: „Es ist schön, wenn jemand perspektivlos kommt und seinen Weg findet!“

bit.ly/perspektiveplus

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