Der richtige Fühler

So hat sich Leuze Elektronik vom Kleinbetrieb zum Global Player entwickelt

Owen. Sekundenschnell fährt das Regalbediengerät hin und her, auf und ab, von Fach zu Fach. Wie hier im automatischen Kleinteile-Lager haben die Sensoren von Leuze Electronic an vielen Stellen ihre Messfühler ausgestreckt. Ob im Kaufhaus, bei der Getränkeabfüllung oder in der Automobil-Industrie: Sie sorgen dafür, dass die Drehtür sicher funktioniert, sie platzieren Etiketten, prüfen Abstände oder sichern gefährliche Bereiche ab.

Mit dem richtigen Fühler für den Markt hat sich das Familienunternehmen aus dem schwäbischen Owen den Weg gebahnt. Ein „Hidden Champion“, wie Geschäftsführer Ulrich Balbach sagt – ein „verborgener Technologieführer“, der sich in 50 Jahren vom Kleinbetrieb zum Global Player entwickelt hat.

Von der Textilbranche zur Elektrotechnik

Nach über 100 Jahren in der Textilbranche stieg die Unternehmerfamilie Leuze auch in den Maschinenbau und die Elektrotechnik-Industrie ein. 1963 wurde die Leuze Electronic GmbH + Co. KG gegründet.

Heute zählt der Sensorspezialist an den drei deutschen Standorten Owen, Unterstadion und Fürstenfeldbruck weit mehr als 600 Beschäftigte. Weltweit sind rund 900 Mitarbeiter im Einsatz.

Erstes Produkt war ein Sensor zur Fadenerkennung für die Textil-Industrie. Inzwischen hat Leuze Electronic ein breites Sortiment: schaltende und messende Sensoren, Produkte für die Arbeitssicherheit oder zur Datenübertragung.

Firmenchef Balbach nimmt ein silberglänzendes Teil in die Hand, klein wie eine Streichholzschachtel. Es ist eine Lichtschranke, die bei der Getränkeabfüllung eingesetzt wird. Von außen ist das Modell seit 40 Jahren fast unverändert, innen steckt eine völlig neue Technologie.

Auch das zählt für das Unternehmen zur Benutzerfreundlichkeit, die es sich auf die Fahne geschrieben hat. Eine einfache Montage gehört ebenso dazu wie die leichte Handhabung oder die gute Integrierbarkeit in bestehende Systeme. „Wir beherrschen Optoelektronik in allen denkbaren Facetten“, sagt Balbach und zeigt auf eine andere Neuheit.

Der RSL400 ist ein Laserscanner, der blitzschnell mit einem einzigen Lichtstrahl einen Radius von bis zu 8,25 Metern scannt und so bei fahrerlosen Transporten den Zusammenprall mit Menschen verhindert. Hinter solchen Innovationen steckt viel Know-how. Bei den Patentanmeldungen liegt das Unternehmen gut im Rennen. Kein Wunder: Ein Fünftel der Mitarbeiter sind Ingenieure, die das Produktprogramm in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung ständig weiterentwickeln.

Innovation ist der Schlüssel zum Erfolg. Nach vielen Jahren konstanten Wachstums setzt Leuze Electronic jetzt zu einem größeren Sprung an und will den Umsatz in den nächsten Jahren nahezu verdoppeln.

Von der guten Entwicklung profitierte auch der Heimat-Standort: 2013 wurde zum 50-jährigen Jubiläum in Owen ein neues Sensor-Technologie-Zentrum eingeweiht.

 

 


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