Sport im Büro

So halten sich die Mitarbeiter des Verpackungs- und Displayspezialisten STI Group fit

Lauterbach. Die Arme zur Seite gestreckt, den Rücken gerade, alle Muskeln angespannt, dabei gleichmäßig atmen, dann den Kopf langsam zur Seite drehen. Die Dehnungsübung hat es in sich.

Bernhard Schrimpf macht es trotzdem Spaß: „Ich will gesund bleiben und merke, dass die Übungen hier meinem Rücken richtig guttun.“ Mit 62 Jahren ist der Lagermitarbeiter der Senior in seiner Gymnastik-Gruppe. Gleichzeitig ist er einer der ältesten Beschäftigten bei STI Group in Lauterbach, der regelmäßig die Sportangebote seines Arbeitgebers nutzt.

STI Group ist ein Spezialist für hochwertige Verpackungen und Displays. Mit rund 2.000 Beschäftigten weltweit, davon 600 am Firmensitz in Lauterbach, liegt der Umsatz bei über 300 Millionen Euro im Jahr.

Seit einigen Jahren bietet die STI Group mit STI Plus ein Mitarbeiterprogramm, das von Leistungen bei der Altersvorsorge über Bildungsangebote bis in den Bereich Gesundheit reicht. Am Standort Lauterbach wurde ein umfangreiches Sport- und Gesundheitsprogramm gestartet, das auf die anderen Standorte ausgedehnt werden soll. „So können wir unseren Mitarbeitern ein Stück ihres Einsatzes zurückgeben und sie langfristig für unsere Unternehmensgruppe begeistern“, sagt Geschäftsführer Aleksandar Stojanovic.

Für das Engagement vor allem auf den Gebieten Sport und Prävention wurde die STI Group Ende 2013 als einer der ersten Betriebe des Landes als „Gesundes Unternehmen Hessen“ ausgezeichnet.

Die gleichnamige, neu gegründete Initiative setzt sich für mehr Gesundheitsmaßnahmen in Betrieben ein und möchte Firmen für das betriebliche Gesundheitsmanagement sensibilisieren.

Dabei konnte STI Group besonders in der Kategorie gesunder Arbeitsplatz punkten. Physiotherapie-Experten haben dafür eine Bewegungsanalyse im Werk Lauterbach erstellt. Sie begutachteten die Arbeit in der Produktion und analysierten die Bewegungsabläufe. Nach der Auswertung erhielt jeder Mitarbeiter eine persönliche Gesundheitsmappe. Inhalt: detailierte Arbeitsanweisungen sowie Tipps zu Muskelaufbau und Entspannung.

Der Gesundheit zuliebe: Flexible Tische, Wasser statt Limonade

Seitdem wechseln Produktionshelfer öfter mal ihren Standort, um einseitigen Belastungen vorzubeugen. An vielen Maschinen wurden für die Mitarbeiter gelenkschonende Matten ausgelegt und variable Hubtische installiert. So lassen sich jetzt Materialstapel in ergonomisch angepasster Höhe greifen. Bücken ist nicht mehr notwendig.

Im Werkzeugbau stehen nun rückenschonende Spezialtische, die jeder bei seiner Arbeit an den Werkzeugen für die Stanzmaschinen individuell einstellen kann.

„Eine tolle Sache“, freut sich die Betriebsratsvorsitzende Regina Ruppel, die viele Veränderungen mit auf den Weg gebracht hat. Gemeinsam mit Christian Reincke, dem Leiter Personalentwicklung, versucht sie, die Kollegen zu mehr sportlichem Engagement und einer gesunden Lebensweise zu bewegen.

Auch das Angebot in der Kantine wurde umgestellt. Neben einem Salatbuffet und Obst werden gluten- und laktosefreie Gerichte angeboten. Dazu kommt täglich wechselnd leichte Kost wie gegrilltes Geflügel, Garnelenspieße oder Pasta mit Gemüse.

Statt zuckerhaltiger Limonaden stehen Wasser und Säfte im Regal, und es gibt weniger Schokoriegel. Seit der Umstellung in der Kantine hat sich die Anzahl der ausgegebenen Essen laut Kantinenchef Max Wagner in wenigen Monaten bereits verdreifacht: „Mittlerweile ist mittags hier auch die Stimmung besser geworden“, hat der Küchenmeister beobachtet.

Gute Ernährung reicht aber nicht aus. „Bewegung und Entspannung sind auch ein großes Thema für uns“, betont Personal-Fachmann Reincke. Seit Jahren gibt es eine Nordic-Walking-Gruppe. Und jährlich organisiert STI Group ein Benefiz-Fußballturnier. Gleichzeitig gewährt der Betrieb Zuschüsse beim Besuch von Fitnessklubs und übernimmt die Kosten für Sportkurse von Pilates und Yoga bis zur progressiven Muskelentspannung. Seit letztem Sommer gibt es solche Kurse sogar direkt im Werk.


Zweimal die Woche gibt es im Büro auch Sport

STI Group stellt Trainer, Raum und Fitnessgeräte wie Matten, Bälle oder Therabänder. Die Mitarbeiter geben ihre Freizeit. Zweimal pro Woche laufen die Kurse im Anschluss an die Frühschicht, vor der Spätschicht und auch in der Mittagspause. Nutzten anfangs zwei bis drei Mitarbeiter das Angebot, sind es jetzt jedes Mal zwischen fünf und zehn. „Tendenz steigend“, freut sich Betriebsrätin Regina Ruppel, die selbst mitmacht.

Ihre Erfahrung: „Der Termin passt gut. Ist man erst mal zu Hause, fällt es vielen schwerer, sich noch mal aufzuraffen.“

Übrigens

Gesunde Unternehmen

  • Die neu gegründete Initiative „Gesunde Unternehmen Hessen“ möchte Firmen für das betriebliche Gesundheitsmanagement sensibilisieren. Es geht darum, die Betriebe auf dem Weg zu einem gesunden Unternehmen zu begleiten.
  • Katja Weigand, Gründerin der Ini­tiative, beschreibt deren Sinn so: „Betriebliche Gesundheitsförderung ist ein geeignetes Instrument, zukünftigen Herausforderungen wie Fachkräftemangel und demografischen Wandel zu meistern.“
  • Die Aktionsfelder der Initiative heißen „Gesunder Arbeitsplatz“, „Kommunikation und Führung“, „Bewegung und Entspannung“ sowie „Ernährung“.
  • Bisher wurden sieben hessische Unternehmen, die bereits Maßnahmen in diesen vier Aktionsfeldern umsetzen, ausgezeichnet.
  • Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministeriums des Inneren und für Sport.

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