Chemie-Nachwuchs

So gezielt lernen Azubis an modernen Geräten


Im bbz Chemie werden an modernem Gerät praktische Ausbildungsinhalte vermittelt

Das Ausbildungsjahr 2012/13 hat begonnen. Etwa 700 junge Leute starten in der ostdeutschen Chemie den Weg ins Berufsleben. Eine Themenseite zur wichtigsten Ressource unser Branche – Nachwuchskräfte!

Berlin. Noch einmal lässt sich Michele Birke Ende August von ihrem Ausbilder Benjamin Ottmers alle Details der Destillationsanlage erklären. Die letzte Gelegenheit, das Wissen aufzufrischen und noch einmal jeden einzelnen Handgriff zu üben: Prüfungsvorbereitung am Technikum des Berufsbildungszentrums Chemie (bbz Chemie) in Berlin.

Während Birke und ihre Mit-Azubis so kurz vor dem Ende ihrer Lehre sichtlich aufgeregt sind, zeigt sich Ausbilder Ottmers zuversichtlich. Er weiß, was sie können. „Sie müssen für die Prüfungen das nötige Selbstvertrauen bekommen“, sagt er. Deshalb wird jetzt nur noch wiederholt. Neues zu lernen, dazu wäre es nun zu spät.

Rundum-Betreuung für alle Lernenden

Viel Neues kommt hingegen auf die 103 neuen Auszubildenden zu, die kurz darauf, Anfang September, unter dem Dach des bbz Chemie ins Berufsleben starten. Die meisten von ihnen sind angehende Chemikanten, Chemie- und Biologie-Laboranten oder Pharmakanten. Sie kommen aus 37 Unternehmen Ostdeutschlands, von Apolda über Berlin bis Schwedt.

Bis zu 19 Monate ihrer dreieinhalbjährigen Lehrzeit absolvieren sie hier – an modernem Gerät, in gut ausgerüsteten Labors, im chemischen oder pharmazeutischen Technikum. Insgesamt sind 31 Ausbilder im Berufsbildungszentrum tätig. Betreiber ist das Bildungswerk Nordostchemie: Der eingetragene Verein hat Unternehmen und den gleichnamigen Arbeitgeberverband als Mitglieder.

„Manche Betriebe überlassen uns die komplette praktische Ausbildung“, erklärt die bbz-Geschäftsführerin Ines Krämer. Die Theorie läuft in der Berufsschule – und der Betrieb sorgt in diesem Fall im Wesentlichen für das Vertrautwerden mit dem normalen Arbeitsalltag.

Andere Firmen lagern gezielt Teile der Ausbildung aus. Oft liegt das auch am angestrebten Beruf; ein Wasserwerker zum Beispiel benötigt ja nur einen kurzen Chemie-Lehrgang. Auch duale Studenten lernen hier: Sie machen am bbz ihren Facharbeiter und gleichzeitig an den Hochschulen in Merseburg oder Köthen den Bachelor.

Für alle Lernenden gibt es eine Rundum-Betreuung – das entsprechende Signal setzt gleich zu Beginn ein dreitägiger Kennenlern-Workshop mit den Ausbildern am Werbellinsee. Hier erhalten die Azubis etwa Tipps für das Miteinander im Team. „Sie können sich mit jedem Problem an uns wenden“, beschreibt Frau Krämer den Anspruch der Einrichtung.

Kontakt zu Messen und zu Schulen

Sie und ihre Mitarbeiter werben aktiv um Nachwuchs, sind zu diesem Zweck auf Messen und an Schulen präsent. Umgekehrt besuchen regelmäßig Schülergruppen das Berufsbildungszentrum und stellen zum Beispiel Cremes her – das weckt früh das Interesse an Chemie-Berufen.

Um die Azubis gezielt zu fördern, stimmt sich das bbz mit den Ausbildern in den Firmen und mit der Berufsschule eng über die individuellen Fortschritte ab. Mit rund 70 Unternehmen arbeitet die Einrichtung schon jahrelang zusammen. „Das zeugt von Vertrauen in die Qualität unserer Arbeit“, sagt Geschäftsführerin Krämer selbstbewusst.

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