Pharma-Zulieferer

So eine Anlage gibt’s nur einmal auf der Welt


Brandneu und weltweit zum Patent angemeldet: Die Pilot-Anlage für das im Unternehmen entwickelte „HAPIpur“-Verfahren. Hapila-Geschäftsführer Uwe Müller checkt sie. Foto: Schimunek

Hapila Gera bringt Wirkstoffe auf hohe Reinheit

Gera. Geschäftsführer Uwe Müller ist mit der Inspektion zufrieden. Die Pilot-Anlage ist wieder bereit für neue Aufgaben. Sie gibt es weltweit nur einmal: im thüringischen Gera bei der Firma Hapila.

„Die Anlage ist das Ergebnis von zwei Jahren Entwicklung“, berichtet Müller. Mit ihr lassen sich Feinchemikalien oder Pharma-Wirkstoffe auf hohe Reinheit bringen – günstiger als mit herkömmlichen Methoden.

Der Trick: Die zu reinigende Substanz wird in einem organischen Lösungsmittel gelöst und wiederholt kristallisiert. Die sogenannten Mutterlaugen werden gezielt in den Prozess zurückgeführt, Verunreinigungen am Ende abgeschieden. „Durch mehrfache Kristallisation im geschlossenen System hält sich der Ausbeute-Verlust in engen Grenzen“, erklärt Müller.

Klinken putzen für den Erfolg

Das funktioniert nicht für alle Substanzen. „Aber der Marktbedarf für unsere Technologie ist vorhanden“, so Müller. Sie muss aber bekannt gemacht und mit potenziellen Kunden ausprobiert werden. Also ist Müller ständig bei Interessenten unterwegs oder präsentiert ihnen die Neuheit im Labor in Gera. Mit Erfolg: Erste Verträge sind in Vorbereitung.

Was die Anwendung für etablierte Pharma-Wirkstoffe betrifft, ist Geduld nötig: Bei bereits zugelassenen Arzneimitteln sind die regulatorischen Hürden für Änderungen im Prozess sehr hoch. Deshalb konzentriert sich Hapila darauf, in frühe Entwicklungsphasen einzusteigen.

Der Geschäftsführer ist optimistisch, dass er auch das hinkriegt. 2007 hat er gemeinsam mit drei Kollegen die Firma gegründet – und hatte am Anfang kaum Geschäft. Heute macht Hapila mit Produktion und Entwicklung mit elf Mitarbeitern rund 1 Million Euro Umsatz im Jahr.

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